Nichts zu verlieren

Nach der ersten Halbzeit des Champions League Spiel zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Barcelona am Mittwochabend wurde mit Sicherheit dem einen oder anderen Eintracht-Fan Angst und Bange. Die Stuttgarter lagen absolut verdient mit 1:0 gegen die vermeintlich beste Vereinsmannschaft der Welt in Führung, und man traute ihnen sogar die Sensation zu, die Katalanen mit einer Niederlage nach Hause zu schicken. Diese trafen jedoch nach der Pause in das Stuttgarter Tor und beide Teams teilten sich die Punkte. Der VfB hinterließ jedoch einen bleibenden Eindruck. Im Frankfurter Fanlager befürchtet nun der eine odere andere die konzentrierte Schlachtung der Eintracht am kommenden Samstag in Bad Cannstatt.

Ohne Zweifel befinden sich die Stuttgarter momentan in einer sehr guten Verfassung. Zuletzt erteilten Sie dem FC Köln im heimischen Stadion eine schmerzhafte Lektion und schossen die Domstädter mit 1:5 vom Platz. Aus den letzten sieben Bundesligaspielen konnte der VfB insgesamt 18 Punkte auf sein Punktekonto erzielen und vom 17. auf den 9. Tabellenplatz klettern. Das Hinspiel gegen die Eintracht im September letzten Jahres entschied der VfB mit einem 3:0 Sieg klar und verdient für sich.

Dennoch: Für die Eintracht gibt es keinen Grund das Spiel schon vorneweg abzuhaken. Natürlich ist die Eintracht nicht der FC Barcelona. Jedoch mit einer konzentrierten Defensivleistung, etwas Glück und einer konsequenten Verwertung der Chancen können die Frankfurter dem VfB das Leben schwer machen. Für die Stuttgarter wird das Spiel kein Selbstläufer. Der Druck auf die Schwaben ist insbesondere nach dem guten Spiel gegen Barcelona enorm. Alles andere als ein Sieg gegen die Eintracht ist in Stuttgart nichts wert. Denn für die Schwaben ist das Spiel gegen Frankfurt wahrscheinlich die letzte Chance, um noch auf die Teilnahme an der Europa League hoffen zu können.

Auf die Frankfurter wartet eine schwere Aufgabe. Aber die Eintracht hat nichts zu verlieren. Sie geht als Außenseiter in die Partie und kann frei aufspielen. Und das gelang der Mannschaft von Michael Skibbe in der Vergangenheit besonders in fremden Stadien sehr gut. Und sollte es trotzdem die von einigen befürchtete Klatsche geben, darf man sich nicht demoralisieren lassen. Es ist egal, wieviel Punkte der Abstand auf den fünften Tabellenplatz beträgt und ob Europa tatsächlich eine Träumerei bleibt.

Nach 23. Spieltag in der laufenden Saison steht Eintracht Frankfurt auf dem 7. Platz in der Bundesliga-Tabelle – vier Punkte vor dem VfB. Und wer auch immer am Samstag der Favorit ist, als Verlierer können nur die Stuttgarter vom Platz gehen.

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