Es geht voran. Wenn es den Titel Saisonvorbereitungsmeister geben würde, hätte die Eintracht berechtigte Ambitionen auf diesen. Neben dem sehr gut verlaufenen Trainingslager in Grünberg konnten die Frankfurter alle bisherigen sechs Vorbereitungsspiele – meist deutlich – für sich entscheiden. Über die eine oder andere schwächere Halbzeit, die den vorangegangenen Strapazen aus dem Trainingslager zugeschrieben werden kann, sollte man hinwegsehen. Schließlich wurde dann auch im ersten richtigen Härtetest am vergangenen Dienstag der spanische Erstligist Racing Santander besiegt.
Als Eintracht-Fan hat man es derzeit wahrlich leicht. Auf den ersten Blick scheint es so, als ob der Kader für die kommende Saison tatsächlich an den bekannten Schwachstellen verstärkt wurde. Der Sturm wird vom Sorgenkind der vergangenen Saison zum Hoffnungsträger. Es bleibt abzuwarten, wie sich Amanatidis, Altintop, Gekas und Fenin arrangieren werden. Bei einer abzusehenden ein-Mann-Sturm-Taktik wird das Gerangel um den begehrten Platz zunehemend härter werden. Ansprüche auf diesen haben bereits alle angemeldet. Auch im Mittelfeld sind alle Positionen mindestens doppelt besetzt, so dass sich dort ebenfalls ein gesunder Konkurrenzkampf entwickeln wird. Das ist nicht unbedingt ein schlechter Zustand, denn dieser belebt ja bekanntlich das Geschäft.
In der Abwehr bleibt derweil fast alles beim Alten. Bellaid wird keine Rolle mehr in der Innenverteidigung spielen. Schon gar nicht nachdem der genesene Vasoski zurück in den Kader kehrt. Mit Spannung darf erwartet werden, wie sich Tzavellas auf der linken Abwehrseite schlagen wird, dem der Platz in der Viererkette wohl nur von Benny Köhler streitig gemacht werden kann. Da dürfte es dem griechischen Neuzugang in die Karten spielen, dass Köhler sich eigentlich im linken Mittelfeld wohler fühlt und nur in Ausnahmefällen nach hinten rückt.
Eintracht Frankfurt scheint also für die kommende Saison gut gerüstet. Der Kader, dessen Etat just um zwei Millionen auf 28 Millionen Euro erhöht wurde, hat genug Potential um sich gegenüber der vergangenen Saison deutlich zu verbessern. Manch Spieler schielt bereits in Richtung Euro-League. Doch der Weg dahin wird nicht nur beschwerlich sein, sondern auch lange. Die Mannschaft kann jedoch bereits schon am Sonntag zeigen, ob diese Ambitionen berechtigt sind. Auch wenn das Spiel gegen Chelsea FC nur ein Freundschaftsspiel ist, kann es durchaus als Gradmesser für die derzeitige Stärke der Mannschaft gesehen werden.
Um das Gastspiel von John Terry, Frank Lampard und Co. geht es auch im aktuellen Eintracht-Podcast. Nach der Sommerpause beschäftigen sich Alex, Rene und Marvin mit dem Kampf um die Plätze im Mittelfeld und Sturm sowie der Frage, mit welchem Spielsystem Michael Skibbe vorrangig spielen lassen wird. Zudem gibt es einen Ausblick auf die ersten Spieltage der kommenden Saison sowie auf die erste Runde im DFB-Pokal, wo die Eintracht beim SV Wilhelmshaven antreten muss.
Den Podcast gibt es wie immer auf der Internetseite oder bei iTunes.
Ich hoffe zwar auf das Gegenteil, aber die Sache mit dem Sturm sehe ich irgendwie nicht so positiv.
Die Sache mit dem Sturm sehe ich zumindest positiver als in der vergangenen Saison. Selbst wenn sich die beiden anfälligen Amanatidis und Fenin wieder verletzen, sind mit Gekas und Altintop immer noch zwei gute Stürmer da. Das größte Fragezeichen steht für mich jedoch hinter Altintop. Der muss defintiv ein bis zwei Schippen drauflegen, um mithalten zu können. Mit einer ähnlichen Leistung wie in der Rückrunde der vergangenen Saison (auch wenn es für ihn sicherlich nicht einfach war) wird er gegen die beiden Griechen nicht bestehen können.