Chapeau, Eintracht!

Ich ziehe meinen (imaginären) Hut. Ich ziehe ihn vor Oka Nikolov. Und ich ziehe ihn vor Theofanis Gekas. Auch wenn beide letztendlich nur das getan haben, wofür sie von ihrem aktuellen Arbeitgeber entlohnt werden. Letzterer für das Tore schießen, der Erstgenannte für das Tore verhindern. Doch beide sind beim Gastspiel auf dem Betzenberg über sich hinaus gewachsen. Gekas führt nach acht Spieltagen die Torjägerliste mit sieben Tore an (0,875 Tore pro Spiel) und Nikolov hat wieder einmal allen Kritikern bewiesen was für ein Rückhalt er für die Mannschaft ist. Nicht nur weil er beim Elfmeter die Ecke geahnt hatte, sondern auch weil er das ganze Spiel über eine souveräne und abgeklärte Leistung gezeigt hat. Man darf durchaus bezweifeln, ob die Eintracht mit einem so deutlichen Sieg nach Hause gefahren wäre, wenn Lakic den Strafstoss verwandelt hätte.

Nicht zuletzt konnte die Eintracht das Spiel für sich entscheiden, weil sie das umsetzte, was auch im Kreis der Spieler nach den knappen Niederlagen gegen Leverkusen und Freiburg gefordert wurde. Nämlich über das gesamte Spiel ans Limit zu gehen und den Gegner nicht durch unnötige Abspielfehler zu Chancen kommen zu lassen. Lediglich Halil Altintop wirkte über neunzig Minuten lang wie ein Fremdkörper auf dem Platz. Das Frankfurter Mittelfeld war in der ersten Halbzeit so gut wie nicht existent, da keine kreativen Impulse nach vorne kamen. Doch wärend Schwegler sich in der zweiten Halbzeit steigern konnte, blieb Altintop auf dem Niveau, das er auch im ersten Durchgang hatte. Es bleibt wohl das Geheimnis von Michael Skibbe warum er den Türken nicht schon in der Pause erlöste und Alex Meier für ihn in das offensive Mittelfeld stellte. Letzterer konnte dann auch die guten Eindrücke aus der Trainingswoche auf dem Platz bestätigen und empfahl sich mit dem 3:0 für die Startelf am nächsten Spieltag.

Die Eintracht konnte nun nach dem enttäuschenden Saisonstart neun Punkte und 7:1 Tore aus den letzten drei Spielen holen und kann am kommenden Samstag ganz unaufgeregt Schalke im heimischen Waldstadion empfangen. Während die Eintracht mit einem Sieg ihren Platz im vorderen Mittelfeld festigen kann, geht es für den Gast um puren Abstiegskampf. Und während sich Magath noch mit Durchhalteparolen begnügt, empfiehlt sich der eine oder andere Schalker Spieler bereits für die kommende Saison bei potentiellen Erstligisten. Ein Schelm wer dabei böses denkt.

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