Trotz der verdienten Pleite gegen Hoffenheim hätte es für die Eintracht eine ruhige Woche werden können. Nach acht Spielen ohne Niederlage war klar, dass es die Eintracht früher oder später erwischen würde. Wenn nicht gegen Hoffenheim, dann wahrscheinlich gegen die Bayern eine Woche später. Europäische Träume hin oder her. Die Frankfurter Fans schienen die Ereignisse der letzten Wochen realisitisch einschätzen zu können. Doch anstatt der Vorbereitung für das kommende Spiel in München beschäftigt man sich in Frankfurt derzeit mit den Aussagen des Ex-Kapitäns und aktuellen Bankdrücker Amanatidis, der öffentlich das Leistungsprinzip von Skibbe in Frage gestellt hat. Dass Amanatidis sich selbst mit dieser Aussage einen Bärendienst erwiesen hat, ist mehr als offensichtlich. Es ist weitläufig bekannt, dass Skibbe schon immer seinen Kader nach den erbrachten Trainings- und Spielleistungen benannt hat. Es ist also nicht verwunderlich, wenn er eine scharfe Reaktion von Bruchhagen als Antwort fordert.
Viel interessanter als das Anzweifeln des Leistungsprinzips ist jedoch die von Amanatidis gestellte Frage, warum Skibbe so selten situationsbedingt im Spiel reagiert. In den letzten zwei Partien war es offensichtlich, dass sich die Gegner auf das “Spielsystem Gekas” eingestellt haben. Gegen Wolfsburg und St. Pauli hatte Gekas noch viel Platz im gegnerischen Strafraum. Sowohl die Bremer als auch die Hoffenheimer machten es dem Griechen jedoch ungleich schwerer, indem sie ihn teilweise mit drei Mann gleichzeitig zustellten. Mit Erfolg. Gekas schoss in beiden Spielen kein Tor. Und wenn er sich dann doch mal lösen konnte, vergab er die ganz großen Chancen kläglich.
Doch Gekas trifft mit Sicherheit keine Schuld am Ende der Serie ohne Niederlage. Ab der 20. Minute hatte Hoffenheim sich perfekt auf das Frankfurter Spiel eingestellt und die Eintracht fand kein probates Mittel dem immer stärkeren Pressing des Gegners etwas entgegenzusetzen. Die Mannschaft von Michael Skibbe versuchte es zunehmenst mit hohen Bällen in den gegnerischen Strafraum, die der gut gedeckte Gekas jedoch nicht verwerten konnte. Und auch spielerisch kam die Eintracht zu keinen Chancen, da das Frankfurter Mittelfeld keine offensiven Akzente setzen konnte. Caio wirkte wie schon in den Spielen zuvor wie ein Fremdkörper auf dem Platz und Altintop war auf der linken Seite sichtlich überfordert.
Es bleibt wohl das Geheimnis von Michael Skibbe, warum er nach der Halbzeit-Pause nicht reagierte. Möglichkeiten hätte es genug gegeben. Zum einen hätte er mit Amanatidis und Gekas auf ein System mit zwei Stürmern umstellen können um Gekas im Sturm zu entlasten und so zu weiteren Chancen zu kommen. Zum anderen hätte Altintop die Position von Caio übernehmen können während Martin Fenin die linke Außenbahn bearbeitet. Skibbe sah jedoch keine Notwendigkeit etwas zu ändern. Er reagierte erst zwangsweise als Schwegler sich verletzte und durch Steinhöfer im defensiven Mittelfeld ersetzt werden musste. Steinhöfers Einwechslung kann nur dadurch erklärt werden, dass er im Training bessere Leistungen zeigte als Clark, der irgendwie schon fast vergessen wirkt. Das Leistungsprinzip gilt anscheinend also doch. Leider erwies sich jedoch die Einwechslung von Steinhöfer als Fehlgriff, da dieser in der knappen halben Stunde die er auf dem Platz stand keine Impulse setzen konnte.
Die Frage nach einem sitationsbedingten Eingreifen in das Spielgeschehen hat also durchaus seine Berechtigung. Zudem hätte die Einwechselung von Amanatidis die Mannschaft vielleicht nochmal mitgerissen. Gekas, Caio und Altintop sind keine Führungsspieler die notwendig sind, wenn ein Spiel auf der Kippe steht (und das tat es nach der Pause). Amanatidis ist jedoch als Motivator bekannt, der auch mal laut wird und seine Mitspieler nach vorne peitscht. Die Einwechslung von Amanatidis zu einem frühreren Zeitpunkt als es Skibbe ansonsten gerne macht wäre durchaus sinnvoll gewesen. Insofern kann man Michael Skibbe vielleicht vorwerfen, dass sein auf Gekas fixiertes Spielsystem zu berechenbar und statisch ist. Das Leistungsprinzip ist dadurch jedoch nicht außer Kraft gesetzt.
Nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen.
http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/sta…
Ich finde den Zeitpunkt von Amanatidis Aussage merkwürdig. Klar hätte der Trainer womöglich situationsbedingt im Spiel gegen Hoffenheim reagieren können vielleicht sogar müssen. Aber hinterher ist man bei so etwas immer schlauer! In den Spielen zuvor habe ich keine Kritik darüber gehört, dass Skibbe zu wenig situationsbedingt reagiert hat. Auch nach dem Bremenspiel nicht. Warum? Weil es entweder nicht nötig war oder er richtig reagiert hat. Gerade der Punkt in Bremen war gut, denn die Bremer haben phasenweise richtig gut gespielt, da ist ein 0:0 eine feine Sache. Jetzt nach einem sieglosen Spiel Skibbe zu unterstellen, er reagiere nicht situationsbedingt in den Spielen, halte ich für maßlos übertrieben. So eine Diskussion kann nur fundiert geführt werden, wenn man das gezielt über mehrere Spiele beobachtet. Vielleicht (wir wollen es nicht hoffen) stellt sich in den nächsten Wochen heraus, dass diese Diskussion notwendig ist. Vom aktuellen Standpunkt aus wirkt Amanatidis' Aussage auf mich aber eher nach den Worten eines frustrierten Reservespielers. Wenn Amanatidis wirklich davon überzeugt ist, dass Skibbe zu schlecht situationsbedingt reagiert und es ihm wirklich um diese Sache geht, dann hätte er auch den Mut aufbringen sollen, dies in den erfolgreichen Spielen zu tun. Dies hätte es glaubwürdiger gemacht, dass es ihm um Inhalt und nicht um eigenen Frust geht.
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Der Zeitpunkt ist von Amanatidis geschickt gewählt. Der Punkt in Bremen war verdient, aber schön gespielt wurde dort auch nicht. Caio und Altintop spielten dann auch gegen SAP schlecht, Gekas hat eine Flaute und die Eintracht rutscht nach und nach vom dritten Platz ins graue Mittelfeld. Nicht dass das einen überraschen sollte, aber der eine oder andere Europa-Träumer wird schon enttäuscht sein. Das ändert jedoch nichts daran, dass Ama´s Aussagen Blödsinn sind und er zurecht einen auf den Deckel bekommen hat. Auch wenn man die Wechsel von Skibbe nicht immer nachvollziehen kann. Man darf dennoch nicht alles in Frage stellen, wenn es dann mal nicht mehr so toll läuft. Das sollte auch Amanatidis wissen.