In dieser ungewöhnlichen Bundesliga-Saison sind sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz nicht unbedingt ein beruhigendes Polster. Erst recht nicht wenn man wie Eintracht Frankfurt ohne einen einzigen Punkt in die Rückrunde gestartet ist. Es sollte einen deshalb nicht unbedingt wundern, wenn die ersten vermeintlichen Experten bereits das Abstiegsgespenst beschwören. Das ist natürlich Unsinn. Mit dem Abstieg wird die Eintracht in dieser Saison genauso wenig zu zun haben, wie Schalke mit der Deutschen Meisterschaft. Im September vergangenen Jahres stand die Eintracht nach dem fünften Spieltag auf dem vorletzten Tabellenplatz und sogleich wurden im Frankfurter Umfeld die düstersten Szenarien in allen Farben (vornehmlich dunkel) ausgemalt. Nur sechs Spieltage später, nach dem furiosen Sieg gegen den VfL Wolfsburg, fand sich die Eintracht auf Platz vier wieder. Und jene, die kurz zuvor noch die zweite Liga fürchteten, träumten von Europa.
Der Traum sollte ein Traum bleiben. Mit acht Punkten Rückstand auf den fünften Platz ist die Eintracht von Europa genauso weit entfernt wie von einem Derby gegen den FSV Frankfurt. Die Eintracht befindet sich wieder im Mittelfeld der Liga. Nürnberg und Schalke im Nacken, Hoffenheim und Hamburg vor der Brust. Ein Sieg gegen den SC Freiburg am kommenden Sonntag käme gerade recht um weiterhin auf einem einstelligen Tabellenplatz zu bleiben. Doch leichter gesagt als getan. Die Freiburger haben – im Gegensatz zur Eintracht - noch alle Chancen auf einen Platz, der zur Teilnahme am internationalen Geschäft berechtigt. Als eine der Überraschungen in dieser Saison gewannen die Breisgauer zuletzt gegen den VfB Stuttgart und sind die viertbeste Heimmannschaft der Liga. Es dürfte also eine schwere Aufgabe für die Eintracht werden, nicht mit leeren Händen wieder nach Hause zu fahren.
Die Eintracht kann jedoch fast wieder aus dem Vollen schöpfen. Trotz der Leidensgeschichte von Chris sind so gut wie alle Stammkräfte wieder einsatzbereit. Zuletzt litt das Frankfurter Spiel daran, dass nach vorne kein geordneter Spielaufbau stattfand und somit viel zu wenig Torchancen erspielt wurden. Das lag, nach Skibbes Theorie, vor allem daran, dass aus der dezimierten Abwehr zu wenig nach vorne gespielt wurde. Die wenigen Momente, in denen ein Frankfurter Spieler dann einschussbereit vor dem gegenerischen Tor auftauchte, konnten am Ende auch nicht genutzt werden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Eintracht in diesem Jahr noch kein einziges Tor geschossen hat und die schlechteste Mannschaft der Rückrunde ist. Da kommt es dem Übungsleiter entgegen, dass in der Frankfurter Defenisve wieder die angestammten Kräfte auflaufen können und mit Gekas wieder ein Stürmer mit “Killerinstinkt” spielen kann. Dass Skibbe nach der leisen Kritik der vergangenen Woche nun ausgerechnet auswärts in Freiburg mit einer zweiten Spitze spielen wird, darf man zurecht beweifeln. In diesem Sinne. Auswärtssieg!
Pingback: Stadtwaldgebabbel » Blog Archive » Der Super-GAU