Ratlos im Stadtwald

Nach dem trostlosen Auftritt in Freiburg hatte ich keine besonders große Hoffnung, dass Eintracht Frankfurt ausgerechnet gegen die zweitbeste Auswärts-Mannschaft der Liga das erste Tor der Rückrunde und somit die Trendwende gelingen würde. Im Grunde war es noch viel schlimmer. Tief in meinem Herzen hoffe ich immer auf einen Sieg der Eintracht. Und jeden Spieltag bin ich davon überzeugt, dass Eintracht Frankfurt jeden Gegener schlagen kann. Ausnahmslos. Am vergangenen Samstag hat mich dieser Glauben und jegliche Hoffnung, dass die Eintracht schnell wieder zur Form der Rückrunde findet, verlassen. Das tragische ist, dass sich dieses Gefühl bereits auf der Fahrt ins Stadion einstellte und ich mich auf der Rückfahrt bestätigt fühlte. Niemals zuvor hätte ich gedacht, dass mir eine Niederlage so gleichgültig sein könnte.

Doch diese Niederlage war vorhersehbar und die Eintracht mit drei Gegentoren noch gut bedient. Dass wieder einmal kein Ball im Tor des Gegners gelandet ist, braucht man wohl nicht gesondert zu erwähnen. Auch das war irgendwie absehbar. Wer hat denn bitte ernsthaft an einen Befreiungsschlag gegen Leverkusen geglaubt? Vor dem Spiel wurde ich in der S-Bahn noch mit bösen Blicken bedacht, als ich sagte, dass ein 1:6 für die Gäste realisitischer ist, als ein Sieg der Eintracht. Mir konnte jedoch auch keiner sagen, wie gegen den Tabellen-Zweiten gewonnen werden soll. Genauso wenig konnten Spieler, Trainer und Vorsitzender nach dem Spiel sagen, was genau getan werden muss, damit die Eintracht am nächsten Spieltag in Nürnberg nicht untergeht. Bis auf wenige Ausnahmen flüchteten sich Akteure und Verantwortliche wieder einmal in Durchhalteparolen.

Es gibt wohl zahlreiche Gründe, warum es bei der Eintracht zurzeit nicht gut läuft, wobei der Term “nicht gut laufen” wohl noch ziemlich wohlwollend ist. Viele dieser Gründe sind offensichtlich und wurden nicht nur in diesem Blog mehrfach erwähnt. Es ist jedoch unbegreiflich, warum die Mannschaft so leblos, vollkommen ohne jedes Feuer, am Samstag auf dem Platz herumirrte. Zum Teil scheint es so, als ob sich so mancher Spieler nach den letzten Vertragsverlängerungen eingenistet hätte. Wohlwissend, dass Skibbe an sein Stammpersonal und der vorhersehbaren Taktik festhalten wird. Da fällt es natürlich leicht, nach einer Klatsche im heimischen Stadion das Spielfeld grinsend zu verlassen. Ob nach dem Spiel gegen den Club die Stimmung immer noch so gut ist, darf bezweifet werden.

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2 Antworten auf Ratlos im Stadtwald

  1. skFFM schrieb am:

    Mit der Ahnung ging es mir ebenso und bereits nach wenigen Minuten, aber doch noch vor dem 1.Gegentor sah man das Unheil schon kommen, Leverkusen war einfach aktiver & aggressiver. Der Auftritt am Samstag, speziell in der 1.HZ, war fast schon beschämend. Gewundert habe ich mich bei den ersten 15min. der 2.HZ, da hat die Eintracht echt Fahrt aufgenommen. Solch eine Leistung mal über 90min.- das wäre mal wieder was.

  2. Sebastian schrieb am:

    Beschämend trifft es eigentlich auf den Punkt. In der zweiten Halbzeit waren wir die ersten 15 Minuten nur stark, weil der Gegner gedanklich noch nicht auf dem Platz war. Nachdem Osram umgestellt hatte, war es ja auch wieder vorbei, mit der kleinen Frankfurter Offensive. Aber wenigstens haben sie da gekämpft…

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