Laut Wikipedia ist eine Statistik die Möglichkeit, eine systematische Verbindung zwischen Erfahrung und Theorie herzustellen. Wenn man die Statistik des Spiels der Eintracht gegen den VfB Stuttgart am vergangenen Spieltag näher betrachtet, stellt man schnell fest, dass rein theoretisch Eintracht Frankfurt mit einem Kantersieg gegen die stark abstiegsgefährdeten Schwaben vom Platz hätte gehen müssen. Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, braucht man kein wissenschaftliches Studium. Es reicht alleine ein Blick auf die nackten Fakten: 69:31% Ballbesitz, 407:156 erfolgreiche Pässe und 30:11 Torschüsse für Eintracht Frankfurt. Die entscheidende Statistik spricht jedoch für die Gäste: 0:2 Tore.
Es ist müßg darüber zu philosophieren, warum die Eintracht auch nach dem siebten Spieltag der Rückrunde immer noch ohne Tor und nur mit einem mickrigen Punkt dasteht. Nach den beiden Klatschen gegen Leverkusen und Nürnberg zeigte die Mannschaft gegen Stuttgart eine ansehnliche Vorstellung mit vielen guten Spielzügen und einer kämpferischen Attitüde. Die beiden Gegentore fielen jedoch aufgrund von individuellen Fehlern. Marco Russ hätte den Führungstreffer der Stuttgarter schon dadurch verhindern können, dass er sich bei dem schnell ausgeführten Freistoss von Harnik vor den Ball gestellt hätte, anstatt mit dem Schiedsrichter sinnlos über dessen Entscheidung diskutieren zu wollen. Und leider machte auch Ralf Fährmann bei beiden Treffern eine unglückliche Figur. Nach langer Zeit stand jedoch endlich wieder mal eine eingeschworene Mannschaft auf dem Platz, die engagiert und geschlossen nach vorne spielte. Leider ohne zählbaren Erfolg.
Das große Mysterium bleibt also die Antwort auf die Frage, warum es Eintracht Frankfurt im Jahr 2011 nicht gelingt, den Ball im gegnerischen Tor zu versenken. Wie die meisten Fans bin auch ich vollkommen ratlos. Gegen Stuttgart hat man gesehen, dass die Spieler das Fussball spielen nicht verlernt haben. Im Strafraum fehlte der Eintracht jedoch der Killer-Instinkt und das entscheidende Quäntchen Glück, dass man braucht, um in der Bundesliga ein Spiel zu gewinnen. Das ist umso dramatischer, wenn man bedenkt, dass die Gastgeber ab der 15. Spielminute mit einem Mann mehr auf dem Platz standen. Das kurzfristig angeordnete Kurz-Trainingslager wird den Spielern sicherlich helfen, die Köpfe frei zu bekommen und sich gezielt auf das kommende Spiel gegen Kaiserslautern vorzubereiten. Das Süd-West-Derby wird für Mannschaft und Trainer ein Schlüsselspiel im Abstiegskampf werden. Mit einer guten Leistung wie gegen den VfB Stuttgart hat die Eintracht es selbst in der Hand, die ersten drei Punkte in diesem Jahr einzufahren. Und um zum Schluss noch einmal die Statistik zu bemühen: Bei allen Bundesliga-Begegnungen seit 1963 zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Kaiserslautern ist immer mindestens ein Tor gefallen. Für den ersten Frankfurter Treffer in diesem Jahr stehen die Vorzeichen also gar nicht mal so schlecht.