Pulver im Kaffee

Seit genau einer Woche ist Christoph Daum nun der neue Cheftrainer bei Eintracht Frankfurt. Und die anfängliche Hysterie scheint langsam aber sicher der Normalität zu weichen. Nach dem Volksfest im Stadtwald kehrt endlich wieder Routine in den Trainingsalltag der Eintracht-Profis ein. Dieser unterscheidet sich jedoch erheblich gegenüber den Einheiten des Vorgängers Skibbe. Christoph Daum und sein Assistent Roland Koch sind auf dem Platz omnipräsent, leiten an, unterbrechen, korrigieren und loben unentwegt. An oberster Stelle steht, der Mannschaft das nicht mehr vorhandene Selbstvertrauen zurückzugeben um in die entscheidenen Spiele der nächsten Wochen mit breiter Brust reinzugehen.

Zumindest in den Übungsstunden scheint dies zu funktionieren. Die Spieler wirken motivierter als in den vergangenen Wochen und strotzen nur so von Tatendrang. Das freut das Umfeld, das in den letzten Monaten unter Skibbe ständig das forderten, was Daum nun auf dem Platz umsetzt: Engagement, Kampf und neue Spielansätze. Was das alles wert ist, wissen wir dann spätestens am kommenden Sonntag, wenn die Eintracht beim Deutschen Meister von 2009 antreten muss, der fast zeitgleich mit der Eintracht einen vermeintlichen Messias als Hütchenaufsteller engagierte bzw. zurückholte. Da wundert es nicht, dass man sowohl in Wolfsburg als auch in Frankfurt nach dem Trainerwechsel den Abstiegskampf ausblendet, und sich zu Höherem berufen fühlt. So bleibt im Stadtwald nicht das Abstiegsgespenst der größte Feind von Heribert Bruchhagen, sondern die Überheblichkeit des Umfelds, das just nach Daums Amtseinführung wieder anfing von Europa zu träumen.

Und wo wir gerade bei Feindbildern sind, sollte die folgende Aussage vom Wurstfabrikanten aus Ulm nicht unter den Tisch fallen. Der sagte nämlich im Hinblick auf die Verpflichtung von Christoph Daum: “Ich habe mich schon gewundert, dass Heribert, den ich als sehr behutsamen und bedächtigen Mann konservativer Neigung und nachhaltigen Manager kennengelernt habe, so eine Aktion startet. Das hätte ich nicht für möglich gehalten. Da muss irgendwie ein Pulver im Kaffee der Bundesliga gewesen sein, allgemein. Und er hat vielleicht auch etwas da drin gehabt.” Worauf Bruchhagen konterte: “Der Uli sitzt in seinem wunderschönen Haus am Tegernsee und kennt die Nöten und Sorgen der Bundesliga nicht mehr.” Damit hat der Heribert wahrscheinlich Recht. Aber der Uli war ja auch schon in Europa. Sogar ohne Christoph Daum.

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2 Antworten auf Pulver im Kaffee

  1. rotundschwarz schrieb am:

    Ja, ja, der Uli. Den Sack schlagen und den Esel meinen. Womit mal wieder bewiesen wäre, dass alte Gräben halt doch die Tiefsen sind. Mal sehen, was da im Vorfeld des Spiels gegen die Bayern noch alles so abgeht…

    Einträchtlichen Gruß, K.

  2. Sebastian schrieb am:

    Das werden nicht die letzten Worte vom Uli vor dem Spiel gegen die Batzis gewesen sein. Allerdings wissen wir ja auch wie der Uli so ist und dass er manchmal

    nicht so sehr darüber nachdenkt, was er so sagt. Es bleibt also spannend ;)

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