Am Ende

Zuerst einmal Herzlichen Glückwunsch nach Dortmund zur verdienten siebten Deutschen Meisterschaft. Und damit auch genug der warmen Worte und rein in das grässliche graue Leben von Eintracht Frankfurt, jene Mannschaft, die heute beim Lokalrivalen aus Mainz ordentlich auf die Mütze bekommen hat und somit kurz davor ist, zum vierten Mal in der Vereinsgeschichte den Gang ins Unterhaus anzutreten. Das Frankfurter Umfeld dürfte wohl deutlich weniger optimistisch als der (Interims-)Trainer Christoph Daum sein, der nach dem Spiel am Rhein von einem Wachmacher für die kommenden Partien gegen Köln und dem neuen Deutschen Meister am letzten Spieltag sprach. Doch nach der heutigen Vorstellung der Eintracht, die wieder einmal mehr als desolat war, kann man sich in Frankfurt glücklich schätzen, wenn der Deutsche Meister von 1959 nach dem 34. Spieltag noch die Chance zur Relegation erhält und nicht direkt absteigt. Die Borussia aus Mönchengladbach sitzt der Eintracht seit heute dicht im Nacken und kann sogar am nächsten Spieltag am direkten Abstiegskonkurrenten vom Main vorbeiziehen. Und nachdem, was der gemeine Eintracht-Fan heute im Mainz geboten bekommen hat, gibt es wenig Argumente dafür, warum die Eintracht gegen Köln gewinnen sollte und ausgerechnet den Dortmundern die Meisterschaftsfeier versauen sollte.

Die ärmste Sau auf dem Platz war heute wieder einmal Ralf Fährmann, obwohl er an den drei Treffern der Mainzer wenig ausrichten konnte. Vielmehr hatte der Frankfurter Schlussmann genug damit zu tun, die kapitalen Böcke seiner Vorderleute auszumärzen. Die durch den Ausfall von Franz und Tzavellas geschwächte Abwehr bot eine grottenschlechte Leistung, welche durch den vertretbaren Platzverweis von Rode in der 43. Minute gekrönt wurde. Aber auch Russ war einmal mehr komplett überfordert und ließ sich mehrfach von der Mainzer Offensive simpel ausspielen. Es sagt viel über den Zustand dieser Mannschaft aus, dass Sebastian Jung mit seinem schlechtesten Spiel im Frankfurter Trikot, noch zu den besseren auf dem Platz gehörte.

Über das Mittelfeld brauche ich hier eigentlich nichts mehr zu schreiben. Die Defizite sind mehr als eindeutig und wurden im Laufe der gesamten Saison mehrfach aufgezeigt. Meier gehört mit seiner derzeitigen Form nicht in den Kader, Ochs und Schwegler laufen seit Monaten ihrer Form hinterher und bei Altintop hat man den Eindruck, dass er der Mannschaft mehr hilft, wenn er neunzig Minuten einfach nur regungslos an der Eckfahne stehen würde und kein einziges Mal den Ball berührt. Es gibt wohl in der gesamten Bundesliga (und da kann man die 2. Liga wohl einschließen) kein Mittelfeld, das so uninspiriert und ideenlos auf dem Platz agiert und dessen Aktionsradius aus gefühlt 95% Querpässen besteht, von denen fast alle beim Gegner landen. Das Ganze kann nur dadurch noch verschlechtert werden, wenn man vor ein solches Mittelfeld einen Stürmer stellt, der keine Bälle erlaufen kann, sondern darauf wartet, dass das Spielgerät – wie auch immer – vor seinen Füssen landet, um es dann letztendlich doch nicht im Tor des Gegners zu versenken.

Die Mannschaft, die heute auf dem Platz stand, war leer. Blutleer. Und sie kämpfte nicht. Nein, sie ergab sich ihrem Schicksal und fand zu keiner Sekunde ein Mittel, der Opferrolle zu entfliehen. Em Ende darf man aus Frankfurter Sicht froh sein, dass der Gastgeber in der zweiten Hälfte Gnade walten ließ und Fährmann nicht noch öfter hinter sich greifen musste. In der Rückrunde konnte die Eintracht nur gegen den so-gut-wie-Absteiger aus St. Pauli gewinnen. Alle Hoffnung ruht darauf, dass der zweite Sieg nun am kommenden Spieltag gegen die schlechteste Auswärtsmannschaft der Liga folgt. Nach der Klatsche heute darf man jedoch getrost bezweifeln, ob die schlechteste Mannschaft der Rückrunde den letzten Funken Hoffnung auf den Klassenerhalt ausgerechnet gegen den Verein entzünden wird, der heute den kommenden Vizemeister besiegt hat. Es deutet wenig darauf hin, dass man in Frankfurt in der nächsten Saison Erstligafussball zu sehen bekommt.

Mehr zum heutigen Spiel wie immer beim Adlerblog, 7meter32 und dem Kid.

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4 Antworten auf Am Ende

  1. Jens schrieb am:

    Wie gerne würde ich dir wutentbrannt fluchend widersprechen – das Problem ist nur: Es stimmt alles, was dort oben steht.

    Naja, in der zweiten Liga wird die Dauerkarte billiger sein.

    Zynischer Gruß

  2. Sebastian schrieb am:

    Die günstigere Dauerkarte in der 2. Liga ist wohl ein schwacher Trost.

    Und egal ob 1. oder 2. Liga: Ein Neuaufbau der Mannschaft und der Verantwortlichen ist unumgänglich…

  3. Adlerblog schrieb am:

    Es hätte wohl nicht viel geändert, aber die rote Karte fand ich zu hart. Weil, 1. kein grobes Foul und 2. war es nicht in einer Szene wo der Gegenspieler kontrolliert zum Abschluß kommen konnte.

    Das Ergebnis ist leider, der beste Rückrundenspieler (nicht unbedingt gg. Mainz) fehlt im Spiel des Jahres nächste Woche. Und das ärgert mich schon.

  4. Moritz schrieb am:

    Der Gefaellt mir Button wuerde sich gut auf der Seite machen, oder habe ich ihn uebersehen?

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