Der letzte Spieltag der Bundesligasaison 2010/11 nähert sich unausweichlich. Doch bevor wir uns mit der Situation der Eintracht vor der Partie beim neuen Deutschen Meister näher befassen, lohnt sich ein Blick auf die aktuelle Rückrundentabelle .
Bereits nach kurzem Studium des Bildes erkennt auch der ungeübte Betrachter, dass die Zahlen ein deutliches Bild sprechen. Die Heimmannschaft hat in den letzten 16 Spielen fast viermal soviele Punkte erzielen können wie der Gast vom Main, wobei hier besonders hervorgehoben werden darf, dass die Eintracht genauso viele Gegentore gefangen hat, wie der BVB Treffer erzielen konnte. Rein rational betrachtet gleicht das Spiel der Frankfurter in Dortmund also eher einem Gang nach Canossa (siehe Wikipedia: “erniedrigend empfundener Bittgang”). Insbesondere aufgrund der letzten Spiele gegen die Bonbonwerfer-Clubs aus Mainz und Köln kann man den BVB wirklich nur bitten, mit dem Fast-Absteiger aus Frankfurt nicht allzuhart ins Gericht zu gehen, damit man sich halbwegs würdevoll ins Unterhaus des deutschen Fussballs verabschieden kann.
Nun ist Fussball jedoch keine mathematische Formel und insbesondere diese Saison hat uns allen gezeigt, dass dieser Sport alles andere als rational und erklärbar ist. Insofern darf man als Eintracht-Fan sehr wohl noch einen Funken Hoffnung in sich tragen, bis tatsächlich Gewissheit herrscht, in welcher Liga der Deutsche Meister von 1959 in der kommenden Saison sein Dasein fristet. Ziehen wir die Tabelle – zumindest die Abstiegsregionen – nach dem vorletzten Spieltag in Betracht, ergibt sich auch hier für den neutralen Beobachter, der mindestens die Grundrechenarten beherrscht, ein klarer Sachverhalt.
Die Eintracht benötigt mindestens ein Unentschieden um noch eine Chance auf den Relegationsplatz zu haben, mit einem Sieg könnte sogar der direkte Klassenerhalt geschafft werden. Voraussetzung ist natürlich dass Gladbach und/oder Wolfsburg patzen. Alle drei Mannschaften haben ein Auswärtsspiel, wobei der VfL in Hoffenheim und Gladbach in Hamburg antreten müssen. Mit drei Siegen in Folge (u.a. auch gegen den BVB) geht die Borussia vom Niederrhein als die Mannschaft mit der besten Ausgangsposition ins Rennen. Der VfL (Wolfsburg) kassierte am letzten Spieltag eine Niederlage gegen Kaiserslautern, was die Stimmung bei der VW-Werkself getrübt haben könnte. Bei einer Niederlage der Wolfsburger und einem Unentschieden der Eintracht in Dortmund würde den Frankfurtern jedoch das schlechte Torverhältnis zum Verhängnis werden. Die Hoffnung auf eine allerletzte Chance würde also drastisch steigen, wenn der HSV dem VfL (Gladbach) ein Bein stellen würde. Doch bei aller Rechnerei darf man leider auch nicht vergessen, dass die Eintracht mindestens ein dreckiges Unentschieden gegen die Mannschaft benötigt, die im eigenen Stadion während der gesamten Saison gerade einmal sieben (!) Gegentore bekommen hat.
Vielleicht ist das oben geschriebene nur ein allerletzter verzweifelter Versuch, den unwahrscheinlichen Klassenerhalt herbeizureden. Vielleicht ist es aber auch die Liebe zu meinem Verein, die mich stets und treu daran erinnert, dass bei Eintracht Frankfurt in der Vergangenheit schon soviel passierte, mit dem keiner gerechnet hat. Und rechnen sollte man am letzten Spieltag dieser Saison nun wirklich nicht! In diesem Sinne. Auswärtssieg!
Mehr dazu wie immer im aktuellen Eintracht Podcast, den ich wieder mit meiner Sicht auf die aktuelle Lage der SGE beglücken dürfte. Neben dem Spiel gegen den BVB geht es auch um den neuen Sportdirektor sowie den Kader für die kommende Saison.


Auch schön: ein Funkel Hoffnung ;)