Zwischen dem letzten Spieltag der vergangenen Saison und der Verpflichtung von Bruno Hübner als sportlichen Leiter schien es so, als ab man bei Eintracht Frankfurt keine Eile habe, den Kader für die kommenden Saion, die gleichzeitg die sechste Spielzeit in der zweiten Liga sein wird, zu formen. Doch seit Hübner das operative Geschäft übernommen hat, ist von diesem Eindruck nicht mehr viel übrig geblieben. Nach der wichtigsten Amtshandlung, nämlich die Verpflichtung eines neuen Trainers, schärft sich nun auch das Bild für den neuen Kader. Obwohl Hübner aktuell mehr damit beschäftigt zu sein scheint, die Mannschaft von Altlasten zu befreien, als die Lücken mit neuen Spielern zu schließen. Zumindest ist das die öffentliche Wahrnehmung, wenngleich ich mir sicher bin, dass im Hintergrund die richtigen Fäden gezogen werden, auch wenn die Eintracht bis heute offziell noch keine Neuverpflichtung gemeldet hat. Sicher scheint jedoch die Verpflichung von Matthias Lehmann, den ich bereits gerne in der Winterpause bei der Eintracht gesehen hätte. Aber besser zu spät als nie!
Die FAZ meldet indes, dass mindestens elf Spieler in den Planungen für die kommende Saison nicht berücksichtigt werden. Die Wechsel von Ochs und Fährmann sind bereits beschlossene Sache, sodass die Neuverpflichtung eines neuen Torwarts unumgänglich ist. In den Medien geistern seit ein paar Tagen die Namen Kessler, Fromlowitz und Hildebrand herum. Kessler kann ich mir in Frankfurt sehr gut vorstellen. Fromlowitz hat mich in Hannover nicht richtig überzeugt und Hildebrand wird meiner Meinung nach noch mehr überschätzt als Ralf Fährmann, der es bei seinem alten neuen Arbeitgeber vielleicht mit Jens Lehmann zu tun bekommt. Viel wichtiger als die Neubesetzung der Torwartposition ist jedoch der Neuaufbau der Abwehr. Marco Russ ist zur Zeit der einzig gestandene Innenverteider bei der Eintracht. Aleksandar Vasoski und Maik Franz werden in Frankfurt ihre Zelte abbrechen, wobei der Weggang des zuletzt genannten die Eintracht hart treffen wird. Der Abgang von Franz ist ein bisschen umrühmlich wobei die neue sportliche Führung der SGE wohl auch ihren Anteil daran hat.
Apropos unrühmlich. Mit diesem Adjektiv lässt sich auch ganz gut das derzeitige Verhältnis zwischen Ioannis Amanatidis und seinem Noch-Arbeitgeber bezeichnen, der dem Ex-Kapitän nun doch ans Bein pinkeln wird. Amanatidis war der erste der nach dem Abtieg forderte, dass die Mannschaft ausgemistet wird. Dass er selbst ein Opfer jener Ausmisterei wird, ist zwar schade, aber aus sportlichen und wirtschaftlichen Gründen nachvollziehbar. Genauso verständlich sind die Abgänge von Altintop (Danke für nichts!), Bajramovic und Heller. Bleibt noch zu hoffen, dass man auch für das größte Missverständnis seit Osram einen neuen Verein findet und es schon bald Ciao Caio heißt. Der so oft geforderte Umbruch scheint nun Realität zu werden. Bleibt zu hoffen, dass Hübner bei den Verpflichungen ein gutes Händchen hat und Veh aus alten und neuen Spielern eine funktionierende Mannschaft formen wird.