Die neue Eintracht bekommt ein Gesicht. Vier Wochen vor dem ersten Spieltag und dreieinhalb Wochen nach seiner Ernennung zum neuen Sportdirektor bei Eintracht Frankfurt hat Bruno Hübner bereits fünf neue Spieler verpflichtet und einen neuen Trainer installiert. Nach Kessler, Lehmann, Bell und Djakpa präsentierte Hübner jetzt Erwin Hoffer, der die Eintracht zukünftig im Sturm verstärken soll und bei seinem vorherigen Arbeitgeber meistens nur als Einwechelspieler zum Einsatz kam. Zu den Neuverpflichtungen gesellen sich auch wieder die ausgeliehenen Korkmaz, Petkovic, Bellaid und Alvarez, die bis auf Korkmaz bei ihren vorherigen Vereinen irgendwie gescheitert sind. Den 5+4 Neuen stehen bis jetzt neun Abgänge gegenüber. Sollte Russ seinem Freund Ochs nach Wolfsburg folgen, müsste man auf den Großteil der ehemaligen Stammspieler verzichten, wobei das besonders im Falle von Altintop nicht unbedingt ein Nachteil sein muss.
Die neue Eintracht bekommt ein Gesicht. Und in diesem spielt wahrscheinlich auch weiterhin Primin Schwegler eine Rolle, der von Armin Veh keine Freigabe erhalten wird. Schwegler ließ die Öffentlichkeit gestern noch wissen, das er nicht wüsste was morgen ist. Der Fußball sei schnelllebig. Der neue Übungsleiter ist da wohl schon einen Schritt voraus und sagte heute, dass der Schweizer bei der Eintracht bleiben wird. “Wenn man etwas sagt, dann muss man das auch durchziehen. Und wenn ich sage, Schwegler bleibt hier, dann bleibt er auch.” Man wird sehen, wer am Ende das letzte Wort hat. Vor dem Ende der Wechselperiode im August dürfte hier wohl keine endgültige Klarheit herrschen.
Die neue Eintracht bekommt ein Gesicht. Doch sieht dieses so aus, wie man es sich nach dem Abstieg gewünscht hat? Der geschasste Ex-Kapitän bestand nicht zu Unrecht darauf, dass ausgemistet werden sollte. Ausgemistet hat Hübner zweifelsohne, doch stellen die Neuverpflichtungen einen adäquaten Ersatz für die Abgänge dar? Kurz nach Saisonende forderte ich im Eintracht-Podcast, dass es bei Eintracht Frankfurt einen Neuanfang geben muss. Mit einem in seiner Macht beschnittenen Bruchhagen, mit einem neuen erfahrenen sportlichen Leiter, mit einem hungrigen, jungen Trainer und letztendlich mit Spielern, die sich mit der Eintracht verbunden fühlen. Verglichen mit dem, was zukünftig den Adler auf der Brust trägt, muss ich leider feststellen, dass meine Forderung nur ein frommer Wunsch war und ich wahrscheinlich zu sehr in vergangener Fussballnostalgie schwelgte. Dennoch will ich fair sein und der neuen Eintracht eine Chance geben. Auch wenn mir ihr Gesicht irgendwie noch fremd ist.
Ein noch fremdes Gesicht, das Gesicht der "neuen" Eintracht – so geht's mir auch, aber doch immerhin eines, das anfängt eine Kontur zu bekommen. Und das ist mehr als ich noch vor einer Woche erwartet hatte. Und wie's aussieht, wird Schwegler zu einer Art Kristallisationspunkt ei der Konturenfindung… Spannend, irgendwie ,-)
lgk
Vor allem gefällt mir aber die Geschwindigkeit mit der Hübner am Markt agiert. Bruchhagen muss schwindlig werden. Verglichen mit heute scheint die Eintracht in den vergangenen Jahren doch sehr behäbig am Transfergeschehen teilgenommen zu haben.
Pingback: Jetzt geht´s los