Schmeichelhaft, aber sowas von…

Große Erwartungen hatte ich vor dem Spiel von Eintracht Frankfurt gegen den Halleschen FC wirklich nicht. Ein Sieg, das war das Minimum. Ich rechnete aufgrund der letzten beiden Auftritte der Eintracht im Ligabetrieb auch nicht damit, dass man den zwei Klassen tiefer spielenden Gegner an die Wand spielen würde. Doch das was die Mannschaft von Armin Veh in der ersten Runde des DFB-Pokal darbot, kann man getrost als fussballerische Offenbarung bezeichnen. Obwohl es schon sehr wohlwollend ist, das was die Akteure auf Seiten der Hessen zeigten, mit Fussball in Verbindung zu bringen. Zeitweise erinnerte mich das alles an die letzten Wochen der Ära Skibbe. Stellungsfehler, Fehlpässe und das kollektive Verweigern auch nur einen Meter mehr als notwendig zu laufen. Doch während ich bei den Fehlpässen und Stellungsfehlern noch immer die Hoffnung habe, dass diese reduziert werden, sobald Abwehr und Mittelfeld endlich eingespielt sind, schockiert mich die fehlende Laufbereitschaft der Frankfurter Spieler um so mehr. Kein Aufrücken, keine Bewegung nach hinten, langsames Verschieben. Es sollte keinen wundern, dass Halle mehr als nur eine große Chance herausspielte.

Ja, herausspielte! Alle Chancen der Gastgeber entstanden aus dem Spiel heraus. Etwas, dass man bei Eintracht Frankfurt an diesem Tag schmerzlich vermisste. Und so haben es die Hessen letztendlich (endlich einmal wieder!) Theofanis Gekas zu verdanken, dass er den Fluchtweg aus seinem Gedankengefängnis fand, und die Eintracht in die nächste Runde schoss. Mit zwei nicht herausgespielten Toren, nachdem man 85 Minuten vom Griechen nichts sah. Ein echter Gekas halt. Letztendlich war dieser Sieg mehr als schmeichelhaft und Parolen á la “hauptsache eine Runde weiter” dürfen nicht darüber hinweg täuschen, dass vor Eintracht Frankfurt noch eine ganze Menge Arbeit liegt. Denn auch wenn der Großteil der alten Mannschaft durch neue Gesichter ersetzt wurde, hat sich das Spiel der Eintracht wenig verändert. Doch wer sich selbst den Stempel “Aufstiegsfavorit” verpasst, muss in der Lage sein, gegen einen Viertligisten spielerisch und läuferisch zu bestehen. Das desaströse Auftreten der Eintracht gestern lag jedoch weniger an den fussballerischen Mitteln, die wohl jeder Bundesligaprofi mit sich bringt, sondern (leider einmal wieder) an der fehlenden Motivation. Insofern war das ein Spiel zum Vergessen. Und genau das mache ich jetzt.

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