Frankfurt ist Derby

Es ist Derbyzeit. Also jetzt noch nicht. Aber am Sonntag. Dann treffen zum ersten Mal in der Geschichte der Fussball-Bundesliga die Eintracht und der FSV aus Bornheim aufeinander. Das letzte Derby im Ligaalltag liegt schon einige Zeit zurück. Vor genau 17.844 Tagen putzte die Eintracht die Bornheimer mit 4:0. Die Bundesliga in ihrer heutigen Form existierte damals noch nicht. Beide Vereine spielten in der Saison 1961/62 noch in der Oberliga Süd. Von einem Sieg in dieser Höhe kann der geneigte Eintracht-Fan am Riederwald heute wohl nur träumen. Zumindest wenn man die jüngste Vergangenheit der Einracht genauer betrachtet.

Dabei sieht die aktuelle Situation auf den ersten Blick alles andere als besorgniserregend aus. Die Eintracht ist seit fünf Pflichtspielen ungeschlagen, in der Liga holte sie gegen die Aufstiegskonkurrenten St. Pauli und Düsseldorf jeweils einen Punkt und bei den beiden Siegen, die zu Buche stehen, zeigte die Mannschaft von Armin Veh ansehnlichen Fussball. Warum also Sorgen machen? Weil nicht alles Gold ist, was glänzt! So richtig sieht man der Eintracht nicht an, dass sie unbedingt in den Kreis der Aufsteiger gehören soll. Beim Sieg in Fürth zum Saisonauftakt gab es eine grottenschlechte und eine ziemlich gute Halbzeit. Die drei Punkte in Braunschweig waren eingeplant. Schließlich traf die Mannschaft mit dem höchsten Budget auf einen Aufsteiger aus der 3. Liga. Und zum Pokalspiel gegen den Halleschen FC möchte ich überhaupt nichts mehr schreiben. Das war einfach nur ein fussballerischer Albtraum.

Bei der Eintracht knarkst es noch mächtig im Gebälk. Bis auf Anderson und Djakpa ist noch keiner der Neuzugänge so richtig eingeschlagen. Kessler musste nach zwei Spielen schon wieder das Tor für Nikolov räumen, Lehmann, Matmour und Hoffer spielen mehr schlecht als recht und von Schmidt und Bell redet sowieso keiner. Die große Problemzone der vergangenen Rückrunde, nämlich der Spielaufbau und das Einleiten von Angriffen, konnte auch durch die vermeintlichen Verstärkungen nicht behoben werden. So ist es nicht verwunderlich, dass auch im Sturm nicht viel zusammen läuft. Hoffer ist stets bemüht (und das war es dann auch schon), Fenin komplett aus dem Sichtfeld des Trainers und Gekas wurde nach seiner kurzen Flucht in Halle wieder in sein Gedankengefängnis eingesperrt. Man kann sich ausmalen wo die Eintracht stünde, wenn sie Alex Meier nicht hätte.

Nun ist die Saison ja noch jung. Vor uns liegen noch 30 Spieltage und wir alle wissen, dass in dieser Zeit noch viel passieren kann. Dennoch brodelt es im Stadtwald mächtig. Denn während der sportliche Leiter noch überlegt, wie man doch noch von dem Verkauf eines Spielers drei neue kaufen oder leihen kann, die in Summe dann besser als der abgegebene Spieler sind, denkt man in der Chefetage schon daran das Tafelsilber zu verscherbeln. Dazu ist vollkommen offen, wie es mit Gekas weitergeht. Bis zum Ende der Transferperiode am 31. August wird die Mannschaft daher wohl nicht zur Ruhe kommen.

Die wäre jedoch wichtig, denn (und jetzt kommen wir dann endlich zum eigentlichen Thema dieses Beirags) am Sonntag gastiert die Eintracht im eigenen Stadion beim kleinen FSV Frankfurt. Der FSV verlor bisher nur das Spiel gegen den VfL Bochum und konnte in den restlichen drei Partien jeweils einen Punkt mitnehmen. Im DFB-Pokal konnten sich die Bornheimer gegen den Niedersachsenligist Kickers Emden mit 5:1 durchsetzen und müssen nun in der zweiten Runde beim VfB Stuttgart ran. In der Tabelle der zweiten Liga rangiert die Mannschaft von Hans-Jürgen Boysen derzeit auf dem 14. Platz. Ein Derbysieg käme dem FSV daher gerade recht, zumal nach der Eintracht der Karlsruher SC auf den Fussballsportverein wartet.

Als sicher gilt, dass der Verlierer wohl wenig Schmach ertragen muss. Schließlich, und Gott sei Dank, ist die Rivalität zwischen der Eintracht und dem FSV nicht vergleichbar wie mit den ortsansässigen Vereinen in Hamburg oder München. Die Eintracht ist jedoch zum Siegen verdammt, denn sie braucht endlich den ersten richtigen Sieg in diesem Jahr im eigenen Stadion. Das schmeichelhafte 2:1 gegen St. Pauli aus dem März blende ich bewusst aus, da es erstens unverdient war und zweitens aus mehr Glück als Verstand resultierte. Mit einem Kantersieg gegen den FSV könnte die Eintracht den Heimkomplex im Waldstadion besiegen. Ein 4:0 wie vor fast 50 Jahren käme da nicht ungelegen. In diesem Sinne: Auswärtssieg!

An dieser Stelle der Hörbefehl in dieser Woche! In der neuen Folge vom Eintracht-Podcast steht natürlich das Derby im Mittelpunkt. Von den Bornheimern ist FSV-Blogger Robert zu Gast. Und damit am Ende nicht alle mit leeren Händen dastehen, gibt es auch noch Handy-Zeugs im Eintracht-Stil zu gewinnen.

Derbyzeit im Waldstadion. Ist die Eintracht dem FSV wirklich überlegen oder werden die Bornheimer ein harter Brocken? Schreibt Eure Meinung in die Kommentare!

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3 Antworten auf Frankfurt ist Derby

  1. Pingback: FCK denkt über Verstärkungen nach

  2. skFFM schrieb am:

    Wenn man bedenkt, daß die SGE bisher gegen den 1., 2., 3. und 4. der Tabelle 2 S und 2 U geholt hat, müsste es morgen eigentlich mal krachen. Müsste. Denn irgendwie ist mir das alles zu harmonisch und zu über-freundlich seitens des FSV. Fast schon irgendwie suspekt. Als hätten die einen Matchplan ^^. Mein Tipp: Ganz knapper Sieg für die Eintracht.

  3. Sebastian schrieb am:

    Gekracht hat es ja nun gestern und auch wenn alles sehr harmonisch blieb, war der hohe Sieg der Eintracht genauso wenig zu erwarten wie der schwache Auftritt des FSV.

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