Entpuppt und Eingeigelt

Der Aufstiegsdampfer aus Frankfurt am Main ist mit voller Fahrt in Richtung Erstklassigkeit unterwegs. Die Eintracht schlug gestern den 1. FC Union Berlin hochverdient mit 3:1. Das ist jedoch nur die eine Seite der Medaille. Denn auf eine starke erste Halbzeit der Gastgeber, folgte eine emotionslose zweite Hälfte, in der sich die Eintracht unnötig selbst das Leben schwer machte. Denn von der ersten Minute an gab es keine Zweifel, wer an diesem Abend als Sieger das Spielfeld verlassen würde. Die Gäste aus der Hauptstadt entpuppten [sic!] sich als harmloser Gegner, wobei harmlos noch sehr wohlwollend ausgedrückt ist. Tatsächlich konnten die Berliner froh sein, dass sie zur Halbzeit nur mit 2:0 zurücklagen. Doch weil Gekas, Meier, Idrissou und Köhler ihre hundertprozentigen Chancen nicht konsequent nutzten, kam das leistungsgerechte Halbzeitergebnis von 4:0 nicht zu Stande. Und Union Berlin fand keine Mittel, wenigstens mal einen Konter zu setzen, sodass die Frankfurter Fahrlässigkeit bei der Chancenverwertung bis zum Halbzeitpfiff unbestraft blieb.

Nun möchte ich die erste Halbzeit wahrlich nicht schlecht reden. Die Eintracht zeigte schnellen und attraktiven Offensivfussball, genauso wie es sich der gemeine Eintracht-Fan immer erhofft. Es ist aber nun einmal so, dass die Mannschaft von Armin Veh auf einen Gegner traf, der in den ersten 45 Minuten quasi nur eine Statistenrolle einnahm und es der Eintracht mehr als leicht machte. Insofern war die erste Halbzeit schön anzusehen, sollte jedoch nicht überbewertet werden.

Fragen sollte man aber, warum die Eintracht nach der Halbzeit das Heft vollkommen aus der Hand gab, und zunehmend passiv auf dem Spielfeld agierte. Es ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel, warum Veh in der Kabine das Kommando zum Einigeln  [sic!] und Kontern gab, anstatt in einer starken Phase zu Beginn des zweiten Durchgangs alles klar zu machen und das dritte Tor zu erzielen. Zeitweise wirkte es dann auch überheblich, wie sich die Frankfurter Elf präsentierte und so war es nicht verwunderlich, dass nun auch die Gäste zu ihren Chancen kamen, welche die Frankfurter Hintermannschaft das eine oder andere Mal stark ins Schwimmen kommen ließ.

Und so kam es wie es kommen musste. Die Gäste schossen eine Viertelstunde vor dem Ende den Anschlusstreffer und auf den Rängen begann das große Zittern. Denn Berlin war zu diesem Zeitpunkt einem zweiten Tor näher, als die Eintracht dem alles entscheidenden 3:1. Doch allzu viel passierte in den verbleibenden 15 Minuten dann nicht mehr und so war die Erleichterung groß, als der eingewechselte Erwin Hoffer quasi mit dem Schlusspfiff das finale Tor erzielte.

Die Eintracht übernimmt somit zum ersten Mal in dieser Saison die Tabellenführung, und sofern St. Pauli heute in Cottbus nicht mit  9:0 gewinnt, bleiben die Frankfurter zumindest bis Sonntag an der Spitze stehen. Auch die zweite Liga kann schön sein. Irgendwie.

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2 Antworten auf Entpuppt und Eingeigelt

  1. Roberto Karambolage via Facebook schrieb am:

    Waren wir nicht schon am Abend des ersten Spieltags, am 15.7., nach dem 3-2 in Fürth auf den 1.Platz, weil die Anzahl der geschossen Tore bei gleicher Tordifferenz (Cottbus’ 2:1) höher bewertet wird? ;)

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