Glück, Stärke, Dusel

Es lebt sich wohl ganz angenehm, so als Tabellenführer. Das kann der geneigte Eintracht-Fan zumindest deuten, wenn er oder sie gestern den Auftritt von Heribert Bruchhagen im Sport-Flaggschiff “heimspiel!” des Hessischen Rundfunks gesehen hat. Der Vorstandsvorsitzende brachte dann auch gleich noch den Torschützen des Siegtores vom Sonntag mit ins Studio und so war sie fast perfekt, die Frankfurter Aufstiegsidylle. Selbst das Anbiedern von Thomas Berthold brachte Bruchhagen nicht aus der Ruhe, der den Weltmeister von 1990 einfach links liegen ließ, wenn Berthold ansetzte, und Bruchhagen erklären wollte, wie das Scouting und die Finanzierung der Eintracht zukünftig aufgestellt werden muss. Bruchhagen indes nutze die Chance, um wieder einmal darauf hinzuweisen, dass die Eintracht im Deutschen Profifussball eine Spitzenposition inne hätte, wenn das es nicht das Fernsehgeld gäbe, von dem die Eintracht durch den Abstieg jetzt noch weniger bekäme, und die etablierten Vereine immer mehr. Das ist zwar jetzt doof, aber selbst verschuldet.

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Glücklich, aber hochverdient!

Vor der Partie gegen die glorreiche Alemannia aus Aachen waren die Rollen – wie schon so oft in dieser Saison – klar verteilt. Die Eintracht hatte in dieser Saison noch kein einziges Mal zu Hause verloren und die Gäste aus der Kurstadt Aachen konnten auf fremdem Boden bisher noch nicht gewinnen. Beim Blick auf die Tabelle gab es dann auch keinen Grund anzunehmen, dass sich an diesen Sachverhalten etwas ändern wird. Denn die Statisitik wies für die Eintracht ganze 23 Punkte und 28 Tore mehr als bei den Gästen aus. Und so sollte es für die über 38.000 Zuschauer nach der Länderspielpause ein entspanntes Fussballspiel werden, bei dem die Frankfurter sich anschickten, die Tabellenführung zu übernehmen.

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Offener Brief zur Gewalt-Diskussion

Am vergangenen Montag fand ein Runder Tisch zu der aktuellen Gewalt-Diskussion im Fussball statt. Neben dem Bundesinnenminister nahmen auch Vertreter von DFB, DFL sowie aus Politik und Sport teil. Diejenigen, um die es letztendlich ging, wurden von der Diskussion ausgeschlossen. Und wie erwartet kam an Ende dann auch nicht wirklich viel raus. Vorab forderten Fankultur-Wissenschaftler und Journalisten die Fans in die Diskussion einzubeziehen. Der offene Brief beschreibt die derzeitge Debatte sehr treffend und mahnt vor einer unbegründeten Hysterie. Bisweilen ist das der konstruktivste Beitrag, der bis dato zu dem Thema eingebracht wurde. Aber lest selbst!


Offener Brief anlässlich des „Runden Tisches“ beim Innenminister am 14.11.2011

Am 14.11.2011 findet sich auf Einladung des Bundesinnenministers ein „Runder Tisch“ zusammen, der Maßnahmen erörtern will, mit denen der „Gewalt im Fußball“ entgegen gewirkt werden soll. Die unsachlichen und zunehmend hysterischen Aussagen im Vorfeld sowie die personelle Zusammensetzung der Runde – welche mit Ausnahme der Koordinationsstelle der Fanprojekte (KOS) all jene ausschließt, die sich Fanszenen zugehörig fühlen bzw. unmittelbar mit dieser in Kontakt kommen – lässt wenig Gutes erahnen.

In zeitlicher Nähe zu den Vorfällen beim live im ZDF übertragenen Pokalspiel BV Borussia Dortmund gegen SG Dynamo Dresden, die diesmal zum Auslöser von wellenartig wiederkehrenden „moral panics“ wuchsen, wurde der neue Jahresberichtes der polizeilichen Zentralen Informationssammelstelle Sport (ZIS) veröffentlicht. Dort ist von einem „schwankenden aber tendenziell konstant hohen“ Gewaltniveau die Rede, bei dem aber nur 0,0003% der Zuschauer durch Fangewalt oder bei Einsätzen der Polizei verletzt werden. Die Unterzeichnenden wollen Gewaltförmigkeit im Fußball keineswegs verharmlosen bzw. ihre Opfer verunglimpfen. Die Relationen angesichts der Hysterie sind jedoch untragbar.

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Aktion Libero

Ein Spiel dauert neunzig Minuten. Zumindest im besten Fall, für schwule Profifußballer dauert das Versteckspiel ein Leben lang: Keiner wagt es, seine Homosexualität offen zu leben. So schön Fußball auch ist – Ressentiments halten sich in seinem Umfeld hartnäckig.

Ein unerträglicher Zustand! Ob jemand schwul  ist, oder rund, oder grün, das darf keine Rolle spielen. Wir alle sollten ein bisschen besser aufpassen – auf unsere Worte, unser Denken, unsere Taten: Die Freiheit jedes Einzelnen ist immer auch die eigene Freiheit.

Wir schreiben in unseren Blogs über Sport, und unsere Haltung ist eindeutig: Wir sind gegen Homophobie. Auch im Fußball.

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Gedanken zum Tag – Oka Nikolov

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