Hexenkessel, Leverkusen, nicht zu unterschätzen

Spieltag Nummer 9 der aktuellen Aufstiegs-Saison. Und Eintracht Frankfurt darf als letztes ran. Am Montag. Abend. In Dresden. Nach Paderborn, Cottbus und Rostock die nächste Demütigung auf dem Weg zurück in die Erstklassigkeit. Mit einem Sieg würde die Eintracht St. Pauli vom Relegationsplatz verdrängen. Da Flutlichtspiele montags in der zweiten Liga jedoch zu gefühlten 99,9 Prozent immer mit einem torlosen Unentschieden enden, schieben wir den Gedanken auch schnell wieder bei Seite. Und außer den üblichen Schlagwörtern “Hexenkessel”, “Leverkusen” und “nicht zu unterschätzen” gibt es zu dem Spiel an der Elbe nicht wirklich viel zu schreiben. Vielleicht zu sagen. Zumindest wurde die kommende Begegnung verbal im Eintracht-Podcast auseinander genommen. Und damit ich das in diesem kleinen aber feinen Blog nicht noch einmal in schriftlicher Form darstellen muss, gibt es hier den Link zu aktuellen Folge. Also Lauscher aufgestellt und reingehört. In diesem Sinne. Auswärtssieg!

Mit Pauken und Trompeten gegen den Heimkomplex

Fangen wir mit dem Positiven an. Alle, die in den vergangenen Monaten die fehlenden Siege im heimischen Waldstadion auf den vielzitierten Heimkomplex zurück führten, können sich nun entspannt zurücklehnen. Denn nach dem inoffiziellen ersten Heimsieg gegen den FSV ein paar Wochen zuvor, konnte die Eintracht gestern Abend den ersten richtigen, also offiziellen, Sieg zu Hause seit März diesen Jahres verbuchen. Der Heimkomplex ist also verbannt. Und dem direkten Aufstieg steht nichts mehr im Weg. Nein? Doch! Denn die Eintracht schoss Hansa Rostock gestern Abend mit Pauken und Trompeten zurück an die Ostsee. Das Endergebnis von 4:1 war hochverdient und absolut gerechtfertigt. Die Eintracht zeigte sich kämpferisch und lauffreudig wie schon lange nicht mehr und zeigte auch fussballerisch 90 Minuten lang eine ansprechende Leistung. Die Gäste machten es den Hessen jedoch auch nicht besonders schwer. Selten trat eine Gastmannschaft im Stadtwald so orientierungslos und ohne jeglichen Siegeswillen auf. Hatte die Eintracht am vergangenen Spieltag in Cottbus beim Duell naiv gegen einfallslos die Rolle des naiven Gastes inne, so konnten die Rostocker bei ihrem Gastspiel am Main diese beiden Attribute für sich beanspruchen.

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Rostock

Teil zwei von drei der Ostwochen bei Eintracht Frankfurt. Nach dem Punktgewinn in Cottbus empfangen die Frankfurter am Freitag Abend um 18 Uhr Hansa Rostock. Einen Spieltag später reist der Tross des so-gut-wie-Aufsteigers dann an die Elbe nach Dresden. Zweite Liga, wie bist Du schön! Über den Auftritt der Eintracht in Cottbus wurde bereits alles gesagt und geschrieben, so dass wir uns noch vollumfänglich der Partie gegen den sympathischen Verein von der Ostsee widmen könnten, den so mancher Anhänger der Eintracht nicht besonders gut in Erinnerung haben dürfte. An dieser Stelle wollen wir jedoch die Vergangenheit ruhen lassen und uns der Gegenwart widmen. Auch wenn diese irgendwie keinen Grund zur Jubelei gibt. Drei Siege, vier Unentschieden, keine Niederlage und 15:7 Tore. Das ist die Bilanz von Eintracht Frankfurt nach sieben Spieltagen Unterhausgekicke. Unterm Strich bedeutet das derzeit Platz sechs in Tabelle, der Spitzenreiter mit fünf Punkten Vorsprung ist noch einholbar. Die Saison ist ja noch jung. Ist doch eigentlich ganz toll, oder?

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Eine gefühlte Niederlage

Die zweite Fussball-Bundesliga kann verdammt weh tun. Richtig üble Schmerzen können einem solche Spiele wie das gestern gegen den SC Paderborn zufügen. Über 34.000 zahlende Eintracht-Fans verirrten sich in den Stadtwald und mutierten, aufgrund des auf dem Platz gebotenen, zu unfreiwilligen Masochisten. Denn auch wenn die Eintracht zunächst eine gute halbe Stunde das Spiel dominierte und gute Chancen zum Führungstreffer hatte, kann man alle Zuschauer nur bemitleiden, dass sie sich in ihrer Freizeit nicht für eine schönere Alternative als diesen tiefgrauen Zweitliga-Kick entschieden haben.

Nun war die Erwartungshaltung vor der Partie nicht unbedingt sehr hoch. Eine Mannschaft wie der SC Paderborn ist inbesondere in fremden Stadien alles andere als ein Garant für ein fussballerisches Feuerwerk. Doch gerade diese Tatsache, die wohl allen Spielern im Profifussball bekannt sein dürfte, stellt den gemeinen Eintracht-Fan vor das große Rätsel, warum der Vorjahres-Erstligist vom Main nicht in der Lage war, gegen die graue Unterhaus-Maus von der Pader 90 Minuten lang das Spiel zu dominieren. Nein, viel schlimmer noch, zur Mitte der ersten Halbzeit stellte die Eintracht das Fussballspielen ein, obwohl sie bis dahin alle Fäden selbst in der Hand hatte und der Führungstreffer nur eine Frage der Zeit gewesen war. Doch wer daran dachte, dass sich die Gastgeber nur eine kurze Verschnaufpause gönnten, um dann rechtzeitig vor dem Seitenwechsel das psychologisch wertvolle erste Tor zu schießen, der wurde eines besseren belehrt. Denn für den Rest des Spiels beschränkte sich die Eintracht auf ein paar halbherzige Versuche, die Paderborner in die Bredouille zu bringen, während diese versuchten, mit einem Abwehrbollwerk das torlose Untentschieden zu halten oder mit einem der seltenen Konter das Spiel für sich zu entscheiden.

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Yeah, yeah, yeah!

Die zweite Liga ist der landläufigen Meinung nach das beste Unterhaus in Europa, ach was, der Welt! In der aktuellen Spielzeit tümmeln sich dort Traditionsvereine wie Alemannia Aachen, Foruna Düsseldorf, St. Pauli, der Karlsruher SC und, das sollte nicht unerwähnt bleiben, ein ehemaliger und bald-wieder Bundesligist namens Eintracht Frankfurt. Alleine die Tatsache, dass der letztgenannte Verein in dieser Saison sein Dasein in jener besten Zweitliga überhaupt und ever fristet, ist schon Beweis genug, dass die anfangs erwähnte These richtig sein muss! Doch zweite Liga ist auch kacke, aber sowas von (soviel Kraftausdruck darf sein!). Denn neben den weiter oben aufgezählten großen Traditionsvereinen sind dort auch Vereine wie Greuther Fürth, Dynamo Dresden oder Erzgebirge Aue anzutreffen. Alles Clubs, denen die irgendwann mal geschnupperte Bundesligaluft letztendlich doch den Atem geraubt hat und deren sportliches Heim im Unterhaus ist.

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