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Unverhofft kommt oft

Auch vier Tage nach dem unerwarteten Unentscheiden gegen den scheinbar übermächtigen FC Bayern bin ich mir immer noch nicht ganz sicher, ob die Eintracht einen Punkt gewonnen hat, oder zwei Zähler liegengelassen hat. Angesichts der individuellen Unterschiede zwischen beiden Mannschaften kann man sicherlich von einem gewonnen Punkt sprechen. In Anbetracht der Art und Weise, wie der Ausgleich für die Gäste gefallen ist, sowie der zahlreichen guten Möglichkeiten, die insbesondere Gekas liegengelassen hat, muss man jedoch feststellen, dass an diesem Nachmittag deutlich mehr drin gewesen wäre. Immerhin, ein Punkt gegen den Rekordmeister hat wohl niemand in seinen Rechenmodellen zum Klassenerhalt eingeplant. Insofern sollte der geneigte Eintracht-Fan sich über das Ergebnis und den unverhofften Zähler erfreuen.

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Duell auf Augenhöhe

In der Münchener Fussball-Oper erwartet die zahlenden Konsumenten der Heimmannschaft und die mitreisenden Fans der Gäste morgen Nachmittag ein Duell auf Augenhöhe. Das lässt zumindest der Blick auf die aktuelle Bundesligatabelle vermuten. Die Eintracht steht auf dem siebten Platz, die Bayern einen dahinter. Beide Teams haben 20 Zähler auf dem Punktekonto und ein Torverhältnis von +5 Toren.

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Alles ist gut

Adlerherz, was willst Du mehr? Auf den fulminanten Sieg gegen die Bayern folgte am vergangenen Spieltag ein 2:1 Auswärtserfolg beim VfL Bochum. Ein Sieg, der nicht nur verdient sondern auch überlegen war und zudem durch fussballerische Hochkultur der Gäste geprägt wurde.

Die Eintracht präsentierte sich überlegen in den Zweikämpfen, schoss mehr als doppelt so oft wie der Gegner auf das Tor und hatte schließlich 64% Ballbesitz. Gepaart mit dem schnellen und genauen Passspiel, das Michael Skibbe der Mannschaft zu Beginn der Saison verordnet hat, zeigten die Frankfurter eine mehr als ansehnliche Leistung.

Die Eintracht spielt endlich so Fussball, wie es sich die meisten Fans wünschen: offensiv, torgefährlich und erfolgreich. Von dem hilflosen Quergeschiebe und den-Ball-irgendwie-nach-vorne-dreschen-Gekicke der letzten Saison ist nichts mehr zu sehen. Das führt zwangsläufig zum Erfolg und lässt Eintracht Frankfurt nach dem 28. Spieltag in der Bundesliga-Saison 2009/10 mit 41 Punkten recht gut dastehen.

Begünstigt durch die Niederlage des HSV darf in Frankfurt auch wieder mit einem Auge in Richtung Europa geschielt werden. Alles ist gut. Endlich.

Normale Bedingungen

Sicherlich überkommt den einen oder anderen Eintracht-Fan auch heute noch ein breites Grinsen, wenn er an den furiosen Sieg gegen die Bayern am letzten Samstag denkt. Und sicherlich verschwindet dieses Grinsen wieder genau so schnell wie es gekommen ist, denkt man an die bevorstehende Aufgabe morgen abend in Bochum. Erst Bayern, dann Bochum. Hoch zelebrierte Fussballkunst (von der Eintracht natürlich) vs. Abstiegskampf unter dem Flutlicht.

Rein statistisch spricht wenig für die Mannschaft von Michael Skibbe. Zuletzt konnte man vor 15 Jahren in Bochum gewinnen. Immerhin konnte die Eintracht das Hinspiel in dieser Saison mit 2:1 für sich entscheiden. Dabei egalisierte Maik Franz zunächst durch ein Eigentor die Frankfurter Führung, machte seinen Fehler jedoch später wieder gut und erzielte das Siegtor.

Die Qual der Wahl hat Skibbe bei der Aufstellung seiner Mannschaft. Die gesperrten Franz, Ochs und Teber kehren wieder in den Kader zurück. Es ist wahrscheinlich, dass Patrick Ochs den gegen die Bayern stark aufspielenden Marcel Heller ersetzen wird. Die Doppel-Sechs mit Schwegler und Meier hat sich ebenfalls bewährt, so dass wohl auch Selim Teber (zurecht) erstmal auf der Bank Platz nehmen müsste. Ob der Trainer das auch so sieht bleibt abzuwarten.

Interessant wird die Situation bei Sebastian Jung, der (auch zurecht) zum besten Spieler in der Partie gegen die Münchener gekürt wurde. Nach den durchschnittlichen Auftritten von Maik Franz in den letzten Spielen ist Jung ein direkter Konkurrent auf der rechten Abwehrseite. Da spielt es beiden in die Karten, dass sich Christoph Spycher eine Verletzung am Knie zugezogen hat uns seine Position besetzt werden muss. Neben Jung käme dafür auch der quirlige Benny Köhler in Frage. Der hat jedoch in jüngster Vergangenheit bewiesen, wie wichtig er für das Offensivspiel der Eintracht ist.

Im Angriff hat sich Martin Fenin eindrucksvoll zurück gemeldet. Ob Skibbe allerdings Altintop zu Gunsten des Tcheschen draußen lässt darf bezweifelt werden. Die wahrscheinlichste Aufstellung (aus Sicht des Autors, der jedoch wenig Ahnung hat!) ist daher wie folgt:

Nikolov
Franz – Chris – Russ – Jung
Schwegler – Meier
Ochs – Caio – Köhler
Altintop

Abschließend bleibt jedoch die Frage, ob Michael Skibbe nicht doch wieder eine Überraschung aus dem Ärmel zaubert und alle Hobby-Trainer und Besserwisser eines besseren belehrt. Unter normalen Bedingungen wären die Hoffnungen der Eintracht-Fans auf einen Sieg gering. Aber was ist nach dem letzten Samstag schon normal?

Weitere Stimmen zum Sieg gegen die Bayern und dem Auswärtsspiel in Bochum findet Ihr auch im sechsten Eintracht-Podcast. Zudem haben René und Alex den Adler-Schoppe aus dem Hause Possmann getestet. Anhören könnt Ihr Euch den Podcast wie immer in Renés Blog oder direkt bei iTunes.

Verdiente Strafe

Michael Skibbe hatte Recht. Es ist keine Strafe gegen den FC Bayern zu spielen. Erst recht nicht, wenn man als Sieger vom Platz geht. Nicht nur einfach als Sieger. Sondern auch als hochverdienter Sieger. Und in diesem Fall ist es auch vollkommen egal, ob die zwei Siegtore kurz vor Schluss und mit etwas Glück erzielt wurden. Schon oft genug hatte die gegnerische Mannschaft dieses auf ihrer Seite (Bayern-Dusel). Oft, viel zu oft, entschieden die Bayern Spiele glücklich in den letzten Minuten für sich. Und viel zu oft waren diese Siege nicht verdient.

Doch seit vergangenen Samstag ist mir wieder klar: Es gibt einen Fussballgott. Und dieser ist gerecht! Er belohnt die Tüchtigen und bestraft die Überheblichen. Niemand anders als Eintracht Frankfurt hätte am 20. März 2010 um 17:18 das Spielfeld im Waldstadion zu Frankfurt am Main als Sieger verlassen dürfen. Niemand anderes als jene Mannschaft, die über 90 Minuten lang aufopferungsvoll für diesen Sieg gekämpft hat und dabei niemals den Glauben an sich verloren hat.

In diesem Spiel hat nicht der FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt verloren, sondern die Eintracht hat den FC Bayern besiegt. Haushoch besiegt. Nicht in bezug auf das Ergebnis (das stimmte 87 Minuten lang nicht), sondern auf die Art und Weise, wie die Hausherren die Gäste sprichwörtlich an die Wand spielten. Zu keinem Zeitpunkt entstand das Gefühl, dass die Eintracht keine reale Chance auf den Sieg hätte. Nicht einmal nach der unverdienten Führung der Bayern.

Da können es sich die Bayern noch so schön reden. Am vergangenen Spieltag haben sie eine verdiente Klatsche bekommen. Erst links (87. Minute), dann rechts (89. Minute). Vielleicht glücklich. Jedoch absolut verdient.