Schlagworte: Caio

Habemus Verteidiger

Mit der Verpflichtung von Heiko Butscher hat die Eintracht einen großen Schritt nach vorne gemacht. Mit dem Neuzugang vom SC Freiburg könnte die Misere auf der linken Abwehrseite, die seit dem Abgang von Christoph Spycher besteht, beendet werden. Nach den unterdurchschnittlichen Leistungen von Djakpa und Tzavellas wird auf der linken Abwehrseite zukünftig wohl mit Butscher ein gelernter Innenverteidiger, der zudem auch auf der linken Seite spielen kann, gesetzt sein. Butscher bringt zudem die Erfahrung aus 169 Bundesligaspielen mit, auch wenn er in dieser Saison erst acht mal für den SC Freiburg auf dem Rasen stand. Auch wenn Butscher nicht der defensive Heilsbringer ist: Die Frankfurter Abwehr wird durch den Neuzugang (Vertrag bis Juni 2013) an Stabilität gewinnen. Die Zeiten der Stoppfehler und langen Sinnlospässe auf der linken Seite sind vorbei. Hoffentlich. Und wenn Hübner jetzt noch Caio und Tzavellas weg bekommt, dann kann die winterlicher Transferperiode durchaus als erfolgreich bezeichnet werden.

Keine Panik. Noch nicht.

Vor dem Spiel der Eintracht gegen den FC St. Pauli hatte ich mich irgendwie damit abgefunden, dass man mir trotz Dauerkarte den Zugang zu diesem Spiel verwehrte. Dass ich nicht in den “Genuss” kam, das erste Heimspiel in der Aufstiegssaison zu sehen, lag weniger an mir, sondern am Verhalten einiger Unbelehrbarer, das letztendlich zu einer kollektiven Strafe führte. Am Montag Vormittag hatte ich noch überlegt, ob ich mir doch noch eine Karte für das “Top-Spiel” des zweiten Spieltags besorgen sollte, entschied mich dann aber doch für den heimischen Fernseher. Rückwirkend betrachtet war das die bessere Entscheidung. Denn das was die 16.500 Zuschauer im “fast ausverkauften” Waldstadion zu sehen bekamen, bezeichnet man im Allgemeinen als harte Kost.

Nun ist die zweite Liga sicherlich mehr Kampf als Grazie. Wenn jedoch zwei Bundesligaabsteiger mit Wiederaufstiegsambitionen aufeinander treffen, darf der gemeine Fussballfan jedoch zumindest halbwegs ansehnlichen Profifussball erwarten. Doch davon war am Montag Abend im Stadtwald nicht viel zu sehen. Das lag jedoch weniger am Spiel des Gastes aus Hamburg. Die Hamburger machten der heimischen Mannschaft durch ihr engagiertes Auftreten das Leben schwer. Doch nicht nur die forschen Kicker aus St. Pauli waren der Grund dafür, dass die Eintracht ihr Spiel nicht aufziehen konnte. Nein, die Frankfurter Spieler standen sich auch zunehmend selbst im Weg. Und wenn sie sich nicht im Weg standen, dann liefen sie ins Leere oder passten den Ball fahrlässig zum Gegner. Aufstieg sieht anders aus.

Die ärmste Sau auf dem Platz war dabei Erwin Hoffer, der wie schon Gekas in der Rückrunde der vergangenen Saison, als einzige Spitze in der gegnerischen Hälfte vereinsamte. Das lag vor allem daran, dass im Frankfurter Spiel kein geordneter Spielaufbau stattfand. Das kommt Euch bekannt vor? Mir auch! Ein ganz schlechtes Bild lieferte dabei Pirmin Schwegler ab, der eigentlich als Motor im Mittelfeld agieren sollte. Doch viel mehr als Fehlpässe brachte der Schweizer an diesem Abend nicht zu Stande. Allein seinem Mitspieler Sebastian Rode hat er es zu verdanken, dass die Lücken im defensiven Mittelfeld nicht noch größer waren. Doch auch offensiv ging nicht viel voran. Wie schon gegen Fürth stand Lehmann im Spiel gegen seinen Ex-Verein neben sich. Alex Meier mühte sich redlich auf der linken Außenbahn, auf der er sich sichtbar unwohl fühlte. Und so zog er zunehmend in die Mitte und übernahm unbewusst die Position einer hängenden Spitze. Das war eine gute Entscheidung. Wer weiß, ob die Eintracht ansonsten den Ausgleich geschossen hätte. Und dann war da auch noch Caio. Nachdem wir uns in der Vergangenheit schon davon überzeugen konnten, dass der Brasilianer weder Stürmer, hängende Spitze noch ein Linksaußen ist, trat er nun den Beweis an, dass er auch auf der rechten Außenbahn der Mannschaft nicht weiterhilft. Die Eintracht muss sich entscheiden, ob ein Spieler, der ausschließlich halbwegs ansehnlich aus der Distanz schießen kann, für den deutschen Profifussball tauglich ist. Die Antwort liegt meiner Meinung nach auf der Hand.

Das größte Sorgenking bleibt jedoch die Defensive. Natürlich hat der Weggang von Russ die Situation in der Innenverteidigung verschärft. Und jeder weiß auch, wie wichtig eine abgestimmte und organisierte Viererkette ist. Dem Führungstreffer für St. Pauli ging jedoch wieder ein Stellungsfehler der Innenverteidiger voraus. Und auch im Spielaufbau offenbarten Schildenfeld und Clark erhebliche Defizite. Auf der rechten Abwehrseite bot Jung eine halbwegs passable Vorstellung, während Djakpa links keine nennenswerte Akzente setzen konnte und zahlreiche Stoppfehler darbot. Man darf durchaus daran zweifeln, ob die Probleme in der Abwehr ausschließlich durch die Verpflichtung eines neuen Innenverteidigers gelöst werden.

Letztendlich hat die Eintracht es dem FC St. Pauli zu verdanken, dass sie dann doch noch einen Punkt mitnehmen konnte. Denn die Gäste versuchten schon früh in der zweiten Halbzeit die knappe Fürhung über die Zeit zu bringen, was bekanntlich nicht gelang. Vor den Verantwortlichen bei Eintracht Frankfurt liegt noch eine ganze Menge Arbeit, wenn man sich nicht aussschließlich auf Alex Meier und die Fahrlässigkeit der Gegner verlassen möchte. Vier von sechs möglichen Punkten sich keine schlechte Ausbeute. Insbesondere wenn man diese gegen zwei Mitaufsteigs-Aspiranten geholt hat. Die Eintracht wird sich jedoch deutlich steigern müssen, um sich weiterhin in diesem Kreis zu wähnen.

Jetzt anhören! Die neue Folge vom Eintracht-Podcast zum ersten Heimspiel und der Partie im DFB-Pokal in Halle!

Spielt wieder Fussball!

Gestern Abend endete die Winter-Transferperiode der laufenden Bundesliga-Saison. Mit Tosun, Steinhöfer und Alvarez haben drei Spieler die Eintracht verlassen und schlugen ihre Zelte bei anderen Vereinen auf. Den nach Bochum ausgeliehenen Korkmaz wird man in Frankfurt wahrscheinlich nur dann wiedersehen, wenn der VfL den Aufstieg in die höchste Spielklasse nicht schaffen wird. Während die vier genannten Transfers noch relativ ruhig über die Bühne gingen, ging es bei dem geplatzten Wechsel von Caio schon etwas undurchsichtiger zu, was zur Folge hatte, dass der Brasilianer weiter bei der Eintracht spielt.

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Kein Wille, keine Perspektive

Zu Beginn der Saison fragte Heribert Bruchhagen kritisch gegen wen die von Trainer und Mannschaft ausgerufenen 50 Punkte eigentlich geholt werden sollen. Nicht wenige dürften zu diesem Zeitpunkt unter anderem an Borusssia Mönchengladbach gedacht haben. Nach dem 20. Spieltag ist die Eintracht, zum Ende der Hinrunde noch selbsternannter Anwärter auf die europäischen Plätze, mit zuletzt drei Niederlagen und 0:5 Toren weit vom Saisonziel entfernt. Denn jene Borussia aus Mönchengladbach bewies gestern Abend im Waldstadion den größeren Willen und ließ die Eintracht einmal mehr mit leeren Händen dastehen.

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Heute. Fussball. Gladbach.

Wenn Schiedsrichter Peter Gagelmann heute abend gegen 19:15 Uhr das 76. Aufeinandertreffen in der Bundesliga-Geschichte zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach abpfeift, werden die Verantwortlichen bei der Eintracht wahrscheinlich einmal tief durchatmen. Unabhängig davon, ob die Eintracht gewonnen oder verloren hat, sondern einfach, weil diese komische Woche voller Wechsel- und Vertragsverlängerungsdramen zu Ende geht. Die Geschichte mit Caio wurde in dieser Woche bereits ausführlich von allen Seiten beleuchtet. Und über die Situationen von Schwegler und Ochs, hat sich Kid in der Klappergass genau die richtigen Gedanken gemacht, die keinem vorenthalten werden sollten. Daher blende ich das heute einfach mal aus und kümmere mich um das bevorstehende Heimspiel gegen das Tabellenschlusslicht aus Mönchengladbach.

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