Nach dem neunten Spieltag der aktuellen Bundesliga-Saison findet sich Eintracht Frankfurt auf dem neunten Tabellenplatz wieder. Es hat wohl niemand so recht daran geglaubt, dass sich die Frankfurter nach dem verkorksten Start so schnell in die vordere Tabellenhälfte vorarbeiten würden. Schließlich befand sich die Eintracht nach dem fünften Spieltag mit gerade mal drei Punkten auf dem 17. Platz und im Umfeld sowie in den Medien wurde bereits eifrig orakelt, dass die Spieler von Michael Skibbe wohl frühestens zur Winterpause wieder Anschluss an die Plätze jenseits der Abstiegszone finden werden. So kann man sich täuschen.
Am vergangenen Samstag war dann auch noch der amtierende Vizemeister im Waldstadion zu Gast, der jedoch zur Zeit eher an Hertha BSC in der vergangenen Saison erinnert und stark dagegen ankämpft, das gleiche Schicksal wie der Hauptstadtclub zu erfahren. Verkehrte Welt also im Stadtwald. Die Eintracht war der Favorit, die Gelsenkirchener der Underdog. Und genau das bestätigte sich auch im Spielverlauf. Während Schalke in der ersten Halbzeit noch halbwegs dagegen halten konnte, kontrollierte die Eintracht in der zweiten Hälfte das Spiel gänzlich. Letztendlich brachte das Team von Felix Magath im zweiten Durchgang keinen einzigen Schuss auf das Tor von Oka Nikolov zu Stande.
Die Eintracht ließ sich in der ersten Hälfte nicht unter Druck setzen und wartete auf ihre Chancen um nicht in einen Konter der Gäste zu laufen. Das klappte auch ganz gut und es boten sich für Russ und Altintop gute Chancen. Nach der Pause hätten die Gastgeber jedoch alles klar machen müssen. Spätestens Altintop, der sich nach der unterirdischen Leistung in Kaiserslautern steigern konnte aber immer noch weit hinter den Erwartungen geblieben ist, hätte alles klar machen müssen, als er aus drei Metern den Ball in den Frankfurter Himmel drosch. Doch die vergebene Chance passte nur allzu gut in das Gesamtbild. Die Eintracht war sichtlich bemüht den Schalkern den Todesstoß zu setzen. Letzendlich blieb es jedoch nur brotlose Kunst, obwohl der Gegner nicht übermäßige Gegenwehr bot.
Aber auch solche Spiele gehören zum Fussball und wenn mir jemand vor der Saison gesagt hätte, dass die Eintracht das Heimspiel gegen den Vizemeister klar dominiert und eigentlich der sichere Sieger ist, dann hätte ich wohl – wie die meisten – an seinem Verstand gezweifelt. Unter den aktuellen Voraussetzungen jedoch, hat die Eintracht am neunten Spieltag leider zwei Punkte liegen gelassen. Mit einem Sieg gegen Schalke ständen die Frankfurter nicht auf dem neunten Platz in der Tabelle sondern auf dem vierten (!) und hätten den Champions League-Qualifikations-Platz direkt im Visier. Nun hat es aber nicht sollen sein und letztendlich ist der neunte Platz ja auch die Tabellenregion, wo der große Vorsitzende seine Mannen sieht. Am nächsten Samstag bietet sich für die Eintracht am Millerntor die Gelegenheit an die guten Leistungen aus den letzten Spielen anzuschließen und vielleicht klappt es dann ja auch wieder mit drei Punkten.
Vorher, genauer gesagt morgen, kommt jedoch erst einmal der Hamburger SV in den Stadtwald um die zweite Runde im DFB-Pokal auszuspielen. Für die Eintracht geht es jedoch auch um eine Revanche für die 1:3 Niederlage am zweiten Spieltag. Die Voraussetzungen sind jedoch andere als noch vor ein paar Wochen. Die Defensive der Eintracht ist gestärkt, das Mittelfeld mit Schwegler und Chris eine Bank und auch offensiv spielt die Eintracht mittlerweile eine Liga höher. Nicht zuletzt wegen Gekas sondern auch wegen Ochs und Köhler die sich von Spiel zu Spiel gesteigert haben. Fraglich ist meiner Meinung nach der Einsatz von Altintop, der gegen Schalke eine unterdurchschnittliche Leistung zeigte. Für ihn sollte Alex Meier die Fäden hinter Gekas ziehen. Mein Tipp für die Aufstellung ist daher wie folgt: Nikolov – Jung, Franz, Russ, Tzavellas – Schwegler, Chris – Ochs, Meier, Köhler, Gekas. In diesem Sinne: Ring frei für Runde zwei!