Schlagworte: DFB-Pokal

Kaisers…who?!

Spätestens seit gestern Abend wissen wir Frankfurter nun auch, dass an der Sache mit dem Pokal und den eigenen Gesetzen irgendetwas dran sein muss. Landauf und landab verbindet man mit dieser Binsenweisheit, dass sich die Goliaths der deutschen Fussballllandschaft bei Pokalspielen vor den vermeintlichen Davids in Acht nehmen sollten, da diese nicht selten das eine oder andere Schwergewicht aus dem Wettbewerb werfen. Im Fall der Frankfurter Eintracht könnte man den Spruch auch so deuten, dass nicht immer die bessere Mannschaft am Ende die Nase vorne hat. Zumindest nicht nach 120 Minuten. Und das ist insofern ärgerlich, weil die Eintracht gestern Abend über weite Strecken das Spiel dominierte. Vor dem gegnerischen Tor fehlte jedoch entweder die zündende Idee oder das notwendige Glück um den Ball hinter die Linie zu bringen. Und am Ende entschied ein Moment der Unaufmerksamkeit über Sieg und Niederlage. Eine Minute vor Schluss. Eine Minute vor der Elfmeter-Lotterie.

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Schmeichelhaft, aber sowas von…

Große Erwartungen hatte ich vor dem Spiel von Eintracht Frankfurt gegen den Halleschen FC wirklich nicht. Ein Sieg, das war das Minimum. Ich rechnete aufgrund der letzten beiden Auftritte der Eintracht im Ligabetrieb auch nicht damit, dass man den zwei Klassen tiefer spielenden Gegner an die Wand spielen würde. Doch das was die Mannschaft von Armin Veh in der ersten Runde des DFB-Pokal darbot, kann man getrost als fussballerische Offenbarung bezeichnen. Obwohl es schon sehr wohlwollend ist, das was die Akteure auf Seiten der Hessen zeigten, mit Fussball in Verbindung zu bringen. Zeitweise erinnerte mich das alles an die letzten Wochen der Ära Skibbe. Stellungsfehler, Fehlpässe und das kollektive Verweigern auch nur einen Meter mehr als notwendig zu laufen. Doch während ich bei den Fehlpässen und Stellungsfehlern noch immer die Hoffnung habe, dass diese reduziert werden, sobald Abwehr und Mittelfeld endlich eingespielt sind, schockiert mich die fehlende Laufbereitschaft der Frankfurter Spieler um so mehr. Kein Aufrücken, keine Bewegung nach hinten, langsames Verschieben. Es sollte keinen wundern, dass Halle mehr als nur eine große Chance herausspielte.

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Eigene Gesetze? Von wegen!

Im Grunde ist es ein Selbstläufer. Der ehemalige Erstligist, der durch einen Betriebsunfall nun für elf Monate eine Klasse tiefer kicken muss, trifft auf einen Viertligisten, der sonst im fussballerischen Nirvana sein Dasein fristet. Im Grunde wäre jedoch nur im Grunde, wenn es sich bei dieser Partie nicht um die erste Runde im DFB-Pokal handeln würde. Denn während der Absteiger aus Frankfurt zwingend eine Runde weiter kommen muss, um sein ohnehin schon knappes Budget für weitere Verstärkungen aufzubessern, träumt der Viertligist aus Halle von der Sensation. Und mit Sensationen kennt man sich in Halle aus. Im vergangenen Jahr warfen die Hallenser mit Union Berlin bereits schon einmal einen Zweitligisten in der ersten Runde aus dem Wettbewerb. Aber bitte, Leute, wer vergleicht denn schon ernsthaft Eintracht Frankfurt mit Union Berlin? Zu arrogant? Mitnichten! Denn der selbst ernannte Aufstiegsfavorit darf kein anderes Ziel haben, als in die nächste Runde einzuziehen. Und da ist es auch egal, wenn die Journalie pünktlich zu Beginn des Wettbewerbs von den mythischen eigenen Gesetzen im Pokal unkt. Der Sieger der morgigen Partie kann und darf nur Eintracht Frankfurt heißen. Egal ob mit oder ohne Schwegler. Egal ob mit Matmour, Caio, oder Fenin. Punkt. Aus. Ende. In diesem Sinne. Auswärtssieg. Was sonst..?

Berlin, Berlin…

Michael Skibbe hat bei seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr gesagt, es sei sein Ziel, dass die Zuschauer und Fans im heimischen Waldstadion zukünftig unterhaltsamen und offensiven Fussball zu sehen bekommen. Heute, einen Tag nach dem fulminanten (und da sollte nicht mit Superlativen gegeizt werden!) Sieg gegen den Hamburger SV im DFB-Pokal, kann man voller Freude feststellen, dass Skibbe sein Versprechen gehalten hat.

Denn die Frankfurter Spieler zeigten sich über die gesamte Partie sehr lauffreudig und ließen den Ball kurz und schnell zwischen den eigenen Reihen rotieren. Der von Ausfällen geplagte Gast aus Hamburg hatte weder spielerisch noch körperlich der Eintracht etwas entgegenzusetzen. Die Eintracht zeigte eine absolut geschlossene Mannschaftsleistung, sodass die Hamburger ihre individuelle Klasse nicht ausspielen konnten, auch wenn Petric der Frankfurter Abwehr zweimal keine Chance ließ. Am Ende ging die Eintracht als verdienter Sieger vom Platz und kann sich auf das Achtefinale, das am Sonntag ausgelost wird, freuen.

Ansonsten zeigte sich auf dem Spielfeld das Bild der vergangenen Wochen. Gekas ist momentan unersätzlich für die Eintracht, Caio kann (wenigstens?!) gut schießen und Köhler ist quasi auf jeder Position zu Hause. Bitterer Nachgeschmack ist der Ausfall von Alex Meier, der wohl einen Monat ausfallen wird. Es ist daher davon auszugehen, dass Michael Skibbe am nächsten Samstag gegen den FC St. Pauli die gleiche Mannschaft auf den Platz schicken wird,  die von der zehnten bis zur 88. Spielminute gegen den HSV auf dem Platz stand. Auswärtssieg nicht ausgeschlossen.

Frankfurt ist nicht Hannover

Wilhelmshaven ist nicht Elversberg. Gut so! Nicht auszudenken was im Frankfurter Umfeld los gewesen wäre, hätte die Eintracht es dem kommenden Gegner am ersten Spieltag der neuen Saison gleichgetan. Alle guten Worte, jeder Sieg in den Vorbereitungsspielen, alles wäre von jetzt auf gleich zu nichts verkommen. Aber Frankfurt ist nicht Hannover. Und deshalb darf die Eintracht in der zweiten Runde des DFB-Pokals antreten und Hannover 96 nicht. Während Hannover 96 im Elfmeterschießen gegen den Regionalligisten Nerven zeigte, und letztendlich als Verlierer den Platz verließ, kam die Eintracht zu einem verdienten und souveränen 4:0 Erfolg gegen die Jadestädter.

Die Resultate  in Wilhelmshaven und in Elversberg lassen nicht zwingend auf das wahre Leistungsvermögen beider Erstligisten schließen. Doch während der eine bereits vom drohenden Abstieg spricht, lässt der andere mit dem Saisonziel von 50 Punkten die Anhängerschaft von weitaus größerem träumen. Ungleiche Verhältnisse sind das jedoch noch lange nicht. Und die Gesetze im Pokal sind natürlich (!) andere als im Liga-Alltag. Es ist also höchste Vorsicht geboten. Am Samstag. In Hannover.

Um die erste Runde im DFB-Pokal und das Auswärtsspiel in Hannover geht es auch im aktuellen Eintracht-Podcast. Anhören könnt Ihr Euch das  Ganze wie immer bei iTunes oder auf der Internetseite.