Der vierte Abstieg von Eintracht Frankfurt ist gerade mal ein paar Tage offiziell. Fest stand er wohl schon vor dem letzten Spieltag. Langsam, schleichend und ohne dass es irgendjemand richtig wahrgenommen hat, trudelte die Eintracht nach der Winterpause vom siebten auf den vorletzten Platz in der Tabelle. Die Gründe für diesen beispielslosen, weil vollkommen überflüssigen Fall ins Unterhaus der Liga sind vielfältig. Da ist zum einen ein Stürmer, der vollstes Vertrauen der Übungsleiter bekam, obwohl er sich im Gedankengefängnis befand, ein Mittelfeld, dem jegliche Inspiration in der Winterpause abhanden kam sowie eine Abwehr, die in den meisten Spielen ohne Selbstbewusstsein agierte und somit in der Rückserie die drittschlechteste der Liga war. Die Verantwortung für eine solche sportliche Misere liegt immer beim Trainer. Ohne Ausnahme. Obwohl man bei Christoph Daum eine solche machen kann. Denn auch wenn seine Bilanz der sieben Spiele, die er Eintracht Frankfurt trainierte, auf den ersten Blick miserabel aussieht, muss man ihm zu Gute halten, dass er von seinem Vorgänger Michael Skibbe einen Trümmerhaufen übernahm, der neben taktischen Defiziten auch konditionelle aufwies.
Das sieht der ehemalige DFB-Trainer naturbedingt natürlich vollkommen anders und sucht die Schuld, ebenfalls naturbedingt, bei anderen. Da wäre zum Beispiel der Vorstandsvorsitzende und damalige sportliche Leiter Heribert Bruchhagen, mit dem Skibbe in der Winterpause übereinkam, dass man sein Augenmerk bei der Personalplanung lieber auf den Sommer richten sollte. Unter diesem Aspekt scheint es wie blanker Hohn, dass er nun moniert, dass es zu wenig Spieler gab und für die vielen Ausfälle keinerlei Ersatz geholt wurde. “Ich kann nur sagen, dass wir hätten handeln müssen. Stillstand und verwalten, davon halte ich nichts.” Zum Stillstand hat Skibbe jedoch merklich beigetragen. Zum Beispiel dadurch, dass er im Sturm nicht rotierte, dass er trotz der angespannten Personalsituation Amanatidis auf die Bank setzte und nicht zuletzt, dass er stoisch den Versagern der Vorwoche das Vertrauen gab, damit sie im nächsten Spiel erneut auf die Mütze bekamen. Am Ende war der Rauswurf von Skibbe die logische Folge. Er kam nur viel zu spät, weil auch Bruchhagen zu lange im Gedankengefängnis steckte und seinen Prinzipien treu blieb.
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